Cruise spielt Stauffenberg: Kritik aus Deutschland

Cruise spielt Stauffenberg: Kritik aus Deutschland

Eigentlich klingt es ja nach einem vielversprechenden Projekt: Unter der Regie von Bryan Singer (Superman Returns, 2006) und nach einem Skript von Nathan Alexander und Oscar-Gewinner Christopher McQuarrie (Die üblichen Verdächtigen, The Usual Suspects, 1995), soll die Geschichte um das Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 in Kürze verfilmt werden. Der Film trägt den Titel Valkyrie, nach der „Operation Walküre“, wie der im Zusammenhang mit dem Attentat geplante und vereitelte Staatsstreich hieß. Doch es gibt einen Streitpunkt: Der Attentäter, Claus Schenk Graf von Stauffenberg, wird gespielt von Tom Cruise. Dies bestätigte ein Sprecher von Cruises neuer Produktionsfirma United Artists dem Focus vor einigen Tagen. Kaum war die Meldung bekannt, hagelte es auch schon erste Kritik, die sich primär an Cruises Nähe zu Scientology stört. Der Enkel des Attentäters, Graf Caspar Schenk von Stauffenberg, sagte der schottischen Onlinezeitung The Scotsman: „Ich habe nichts gegen Cruise. Ich und andere Familienmitglieder sind allerdings besorgt, dass der Film von der Sekte finanziert werden und dazu benutzt werden könnte, Propaganda für die Sekte zu machen.“ Leider könne die Familie von Stauffenberg jedoch nichts dagegen tun, da sein Großvater eine historische Person sei, so von Stauffenberg weiter. Heute schaltete sich auch die Politik ein. Baden-Württembergs CDU-Generalsekretär Thomas Strobl nannte es in den Stuttgarter Nachrichten einen „Irrwitz“, dass Cruise die Rolle spiele und verglich Scientology indirekt mit dem Hitler-Regime. Ziel der Sekte sei laut Verfassungsschutz die Beseitigung des demokratischen Rechtsstaats, so Strobl. „Dass nun ausgerechnet ein Vertreter dieser Organisation die historische Figur Stauffenberg verkörpern soll, der sich ja gegen eine Diktatur gewandt hat, das ist einfach geschmacklos.“ Regisseur Singer, der das Projekt Cruise zunächst nur als Produzent angetragen hatte, sieht das anders. Laut IMDB habe er „von Anfang an im Kopf gehabt, dass Cruise gut in die Rolle passen würde.“ Die Produktion von Valkyrie soll im Laufe des kommenden Sommers starten. Es handelt sich dabei um die erste Produktion von United Artists, seit Cruise dort im November vergangenen Jahres das Ruder übernommen hat.

Kommentare zu „Cruise spielt Stauffenberg: Kritik aus Deutschland“

Es gibt bisher noch keine Kommentare.






Kommentare der Nutzer geben nur deren Meinung wieder. Durch das Schreiben eines Kommentars stimmen sie unseren Regeln zu.