Filmkritische Jugend – die Zweite
Kann Kritik Film als Kunstform näher bringen? Ein Modellprojekt in Berlin sucht nach Wegen, das scheinbar Selbstverständliche auch für Jugendliche plastisch werden zu lassen.

Nunmehr auf einen Zeitraum von sechs Wochen konzentriert, lud die zweite Ausgabe des Pilotprojektes Filmkritische Jugend knapp hundert Schüler einer Brandenburger und zweier Berliner Oberstufen ein, an fünf Workshoptagen Film und Kritik kennenzulernen. Betreut von den Kritikern Thomas Groh, Danny Gronmaier, Frédéric Jaeger und Sonja M. Schultz sichteten die Jugendlichen Filme bei den beiden Festivals KUKI und Cinéfête. In aufeinander aufbauenden Seminaren standen verschiedene Aspekte der Filmanalyse sowie die Schreibpraxis selbst im Zentrum.
Pädagogischer Kern des Projektes ist die Herstellung von Verbindungen zwischen der eigenen, nicht zuletzt affektiven Wahrnehmung und der audiovisuellen Montage. Dieser Ansatz stellt zugleich die größte Herausforderung bei der Arbeit mit Schülern in der Altersgruppe von 15 bis 18 Jahren dar. So sehr einige die Lust an der Analyse der Filme entdecken, wenn diese auffällige Merkmale vorweisen, so schwer fällt es ihnen, die eigenen Reaktionen auf das Gesehene zu abstrahieren. Als hilfreiche Methode hat sich die Arbeit mit Filmtrailern und -werbematerial herausgestellt, weil hier das Spiel mit den oft verinnerlichten Erwartungen am deutlichsten hervortritt. Als spielerische Komponente wurden sogenannte Recut-Trailer zum Einsatz gebracht, die Filme in einem anderen Licht erscheinen lassen. Einige schöne Beispiele finden sich hier: Titanic als Horrorfilm, The Shining als Sitcom oder als Familienfilm und Breaking Bad als Romantic Comedy.
Zum praktischen Aspekt der Workshops gehört neben den von den Schülern verfassten Filmkritiken auch ein Modul beim Offenen Kanal ALEX, wo die Jugendlichen in mehreren Gruppen je eine 10-minütige Filmkritik-Talkshow produziert haben. Die besten Sendungen werden demnächst ausgestrahlt. Bei den Kritiken bilden wir das gesamte Panorama der Arbeiten ab und veröffentlichen alle uns zugesandten Texte zu dem bei der Cinéfête gesichteten Film In ihrem Haus (Dans la maison, 2012) von François Ozon.
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Die Filmkritische Jugend ist eine in Kooperation mit critic.de entstandene Initiative des Festivals Down Under Berlin. Gefördert wird es vom Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung sowie der Medienanstalt Berlin-Brandenburg.
Zu den Kritiken des Primo-Levi-Gymnasiums in Berlin-Weißensee
Zu den Kritiken des Oberstufenzentrums Handel 1 in Berlin-Kreuzberg
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