Queer Cinema

The Visitor

Eat out the rich: Bruce LaBruce bereitet Pasolinis Teorema (1968) über einen Fremden, der die Mitglieder einer großbürgerlichen Familie verführt, für die Gegenwart auf und bleibt dabei dem Punk treu. The Visitor ist konfrontativer und plakativer, aber auch utopischer als seine Vorlage. Filmkritik 

Spirit in the Blood

VoD: Ein paar Freundinnen aus einer abgelegenen religiösen Gemeinde ziehen durch Wald und Wiesen und probieren sich aus, während es ein Monster auf junge Frauen abgesehen hat. Als Horrorfilm bleibt Spirit in the Blood ein wenig blutleer, doch als Abhängfilm ist er sehr schön. Filmkritik 

Mascarpone 2: The Rainbow Cake

So messy wie die Liebe: Alessandro Guidas Mascarpone 2 – The Rainbow Cake ist eine dezidiert schwule RomCom, die gerade deshalb funktioniert, weil sie ihren Vorgängerfilm nicht übertrifft. Filmkritik 

Der schöne Sommer

Im Italien der 1930er Jahre taucht eine junge Schneiderin in eine aufregende Künstlerwelt ein. Der schöne Sommer lässt queeres Begehren aufflammen und seziert schmerzhaft präzise patriarchale Gewalt, bleibt aber frustrierend unentschlossen, wenn es darum geht, dieser etwas entgegenzusetzen. Filmkritik 

Sexuelle Landschaft: Der schwule Sehnsuchtsort Fire Island

Jack Deveaus erotische Rashomon-Variation Fire Island Fever (1979) ist nur einer von vielen (Porno-)Klassikern, die auf der sagenumwobenen Barriereinsel in der Nähe New Yorks spielen. Zeit, diesen sinnlich aufgeladenen und filmisch hoch frequentierten Ort, zu porträtieren. Special 

Le Paradis

Die subversive Kraft der Zärtlichkeit: In seinem Debütfilm schenkt der Belgier Zeno Graton zwei Häftlingen dort Freiheit, wo sie ihnen genommen wurde. Le paradis lenkt die unbändige Kraft dieser Jungen in etwas Stolzes und Schönes um. Filmkritik 

Love Lies Bleeding

Eine Bobybuilderin (Katy O’Brian) und eine Fitnessstudiomanagerin (Kristen Stewart) beim Liebesspiel mit Anabolika: Wie weit es gehen kann, bis es zu weh tut, und wie voll ein Film sein kann, ehe er platzt, in dieser Zone richtet sich Love Lies Bleeding ein. Filmkritik 

All of Us Strangers

Neu auf Disney+: Unmöglich zu sagen, ob die zarte Liebesgeschichte zwischen Adam und Harry eine Chance hat. Vor allem weil Adam zeitgleich beginnt, seine verstorbenen Eltern zu besuchen und sie aufzuklären darüber, was es heißt, heute schwul zu sein. Filmkritik 

Bottoms

Neu bei Amazon: John Hughes meets Fight Club. Emma Seligmans vulgär bis blutrünstige High-School-Komödie um eine weibliche Selbstverteidigungs-AG lehrt Lektionen durch Eskalationen. Filmkritik 

Hör auf zu lügen

Ein junger Schwuler, der aus der Provinz ausbrechen möchte, wird zum Schriftsteller, der in der verhassten Heimat seine Wunden heilen will. Olivier Peyon erzählt von vertanen Chancen sowie einer erlösenden Begegnung und besticht vor allem mit Musik und intimen Flashbacks. Filmkritik 

Nighthawks

Neu auf DVD: Ein im Alltag noch ungeouteter schwuler Lehrer zieht allnächtlich durch die Clubs und sucht nach Beute fürs Bett. In Ron Pecks Nighthawks (1978) ist dieses Leben weder aufregend noch besonders cool. Seine Utopie ist sichtlich Normalität. Filmkritik 

Passages

Ein Genie, sein Mann, und eine Affäre. In Passages inszeniert Ira Sachs ein zum Scheitern verurteiltes Beziehungsdreieck und bewegt sich unaufhörlich einem Abgrund entgegen. Nur Franz Rogowoski als selbstgerechter Regisseur scheint das nicht zu merken. Filmkritik 

Sparta

Im zweiten Teil seines „Diptychons über zwei Brüder“ zwingt Ulrich Seidl sein Publikum dazu, den Blick des pädophilen Ewald auf Kinder einzunehmen. Sparta untersucht Machtverhältnisse, indem er uns die Brille des Überlegenen aufsetzt. Filmkritik 

Reich, schön, kaputt – Bret Easton Ellis im Kino

Sein neuer Roman The Shards zeigt einmal mehr, dass American-Psycho-Autor Bret Easton Ellis ein ziemlich cinephiler Schriftsteller ist. Schon darum liegt die Adaption seiner Werke für die Leinwand nahe. Ein Essay über Kurzschlüsse zwischen Literatur und Film sowie Autobiografie und Fiktion. Special 

Der Gymnasiast

VoD: Aus Verlust erwächst erst Trauer, dann Unberechenbares. Christophe Honoré erforscht weiter, was es heißt, ein junger schwuler Mann aus der Provinz zu sein. Leichtfüßig, betrübt, erotisch und intensiv. Filmkritik 

Bis ans Ende der Nacht

VoD: Das Krimigenre steckt voller Geschlechterbilder, die Bis ans Ende der Nacht betont selbstverständlich um eine trans Perspektive ergänzt. Dabei wird die Fußfessel von Protagonistin Leni zugleich zum Sinnbild für den Stand der Dinge im deutschen Film. Filmkritik 

20.000 Arten von Bienen

In ihrem Spielfilmdebüt erzählt Estibaliz Urresola Solaguren von der Identitätssuche eines Kindes – und von drei Frauen, deren Stiche eine heilende Wirkung haben. Filmkritik 

Irrlicht

Der neue Film von João Pedro Rodrigues ist eine Musical-Farce, in der ein Kronprinz gegen den Klimawandel und für den Sex zur Feuerwehr geht. Irrlicht deutet ideologische Konflikte und soziologische Themen an, ist zuvorderst aber an Penissen aller Art interessiert. Filmkritik 

Mascarpone

Nach dem Ende einer schwulen Bilderbuchehe erlebt Antonio neue Freiheiten beim Sex und beim Backen. Zwischen Grindr und Rainbow Cakes tariert die RomCom Mascarpone geduldig Abhängigkeit und Selbstbestimmung aus. Filmkritik 

Soll ich dich einem Sommertag vergleichen?

Wie es wirklich war, ist fraglich: Mohammad Shawky Hassan bittet ehemalige Liebhaber zum Gespräch. Sein Essayfilm ist eine queere Sammlung ziemlich erotischer Märchen aus Tausendundeiner Nacht und der Gegenwart. Filmkritik 

Moneyboys

Sex, Geld, gesellschaftliche Stigmata und ein Generationenkonflikt. Die ruhigen Bilder von Moneyboys werden von brutalen Brechstangen, wiederholten Verhaftungen und familiären Eskalationen gestört – aber auch tanzend in Schwingungen versetzt. Filmkritik