Neue Filmkritiken

Utøya 22. Juli

NO 2018. Regie: Erik Poppe. Mit: Andrea Berntzen, Aleksander Holmen
Start:

Massenmord als Attraktion: Erik Poppe inszeniert in U – July 22 das Breivik-Attentat als eine Geisterbahnfahrt über den Tatort. Seine Schauwerte: Sterbende Jugendliche und Kinderleichen, auf denen Telefone klingeln. weiter 

Human, Space, Time and Human

2018. Regie: Kim Ki-duk. Mit: Jang Keun-Suk, Ahn Sung-ki

Das Alte Testament nach Kim Ki-duk: In Human Time, Space and Human steigt ein Kriegsschiff für Urlauber in den Himmel auf. Über den Wolken folgt der Kreislauf des Lebens jedoch nur Kims Menschenhass. weiter 

The Real Estate

S, GB 2018. Regie: Måns Månsson, Axel Petersén. Mit: Leonore Ekstrand, Christer Levin

Das hektische Abstoßen der Herrscherwürde: The Real Estate nutzt Immobilienblase und Wohnungsknappheit auf vage und konfuse Weise als Assoziationsfelder. Dabei ist er von seiner Hauptfigur so bedingungslos fasziniert, dass er sie gar nicht erst richtig greifbar werden lässt.  weiter 

Auferstehen

F 2018. Regie: Cédric Kahn. Mit: Anthony Bajon, Damien Chapelle

Grobe Jungs üben sich in transzendentalem Gesang. In Auferstehen erzählt Cédric Kahn von einem Ex-Junkie, der zu Gott findet – und gibt der Religion dabei ihre Sinnlichkeit wieder. weiter 

Meine Tochter

IT, D, CH 2018. Regie: Laura Bispuri. Mit: Valeria Golino, Alba Rohrwacher
Start:

Im Schutzraum gefangen, oder zur Frühreife verdammt. Auch in Daughter of Mine träumt Laura Bispuri von luftleeren Räumen, in dem sich nichts ihrem didaktischen Programm entzieht. weiter 

Grass

ROK 2017. Regie: Hong Sang-soo. Mit: Kim Min-hee, Joobong Kee

Verflüssigung der Geometrie. Hong Sang-soo setzt sich ins Café, malt Drei- und Vierecke aus Figuren und holt den Soju reichlich spät heraus. weiter 

Dovlatov

RUS, PL, SER 2018. Regie: Alexei German Jr.. Mit: Artur Beschastny, Danila Kozlovsky

Aleksei German Jr. zeigt uns ein paar Tage aus dem Leben von Sergei Dovlatov und künstlerischer Intelligenzija in der Sowjetunion Anfang der 1970er Jahre – und will uns mit viel Kunstwillen erzählen, dass ein wahrer Künstler verkannt sein müsse. weiter 

Transit

D, F 2018. Regie: Christian Petzold. Mit: Franz Rogowski, Paula Beer
Start:

Zum ewigen Dasein auf der Durchreise verdammt. In Christian Petzolds Adaption von Anna Seghers’ Exilroman Transit ist Marseille kein realer Ort, sondern ein Fegefeuer, in dem sich Vergangenheit und Gegenwart nicht mehr voneinander trennen lassen.  weiter 

Eva

F, B 2018. Regie: Benoît Jacquot. Mit: Isabelle Huppert, Gaspard Ulliel

Fake-Dramatist trifft Edelprostituierte gerade rechtzeitig zur nächsten Deadline. Benoît Jacquot hat mit Eva einen Roman aus den 1940er Jahren adaptiert, mit für seine Verhältnisse wenig Legato. weiter 

Infinite Football

2018. Regie: Corneliu Porumboiu

Den Meister des rumänischen Low-Key-Kinos zieht es weiter ins Fragen über Freiheit und Gesetz. Mit Infinite Football gelingt ihm einmal wieder kein unbeschwerter, aber ein sehr geradsinniger und schöner Film. weiter