Francis Lees zweiter Spielfilm spinnt an der englischen Südküste eine Liebesgeschichte um eine Paläontologin. Auf ein erstes Lächeln von Kate Winslet warten wir über 50 Minuten. Die Konsequenz dieser Unnahbarkeit zeichnet Ammonite aus. Filmkritik
Einfühlsame Mehrgenerationenporträts, Exotisierung von Außenseitern, unerwartetes Empowerment: Festivalnotizen von Studierenden der Uni Hildesheim über Kamerablicke zwischen Nähe und Distanz. Special
Erdrutsch und Entfremdung in Brasilien, eine selbstverwaltete Fabrik mitten im freien Markt und der Sehnerv als blinder Fleck des Menschen: Eindrücke von der 19. Ausgabe des portugiesischen Dokumentarfilmfestivals. Special
Das DOK Leipzig ist zurück im Kinosaal. Notizen zu Filmen, in denen an Autos ebenso herumgeschraubt wird wie an den Affekten der Zuschauenden. Die reagieren manchmal durchaus verwirrt. Special
In entgöttlichten Räumen: 1974 sorgte Robert Bressons Verfremdung der Artuslegende Lancelot, Ritter der Königin in Cannes für Zündstoff. Jetzt ist der Film auf DVD und Blu-ray erschienen – und lässt über Weltenden jenseits der spektakulären Apokalypsen nachdenken. Filmkritik
Neu auf DVD: Ein linker Dissident will per Attentat den Umbruch in einem fiktiven Staat erzwingen. Harald Brauns Der letzte Sommer (1954) ist ein als Heimatfilm inszenierter Wahlwerbespot für gemäßigte Kräfte, der zugleich eine Parabel vom Reichstagsbrand bis zur Adenauer-Wiederwahl schlägt. Filmkritik
Clint Eastwood bricht die Geschichte vom alten Mann, der einen wilden Jungen zähmen soll, auf ihre elementaren Bestandteile herunter. In seiner Knochigkeit ähnelt Cry Macho seiner Hauptfigur, die keinen Sinn mehr darin sieht, sich wie ein Gockel zu benehmen. Filmkritik
Wes Andersons The French Dispatch sehnt sich danach, ein Magazin zu werden und das Publikum zu seiner gebannten Leserschaft zu machen. Beim Durchblättern mitzukommen ist nicht ganz leicht. Filmkritik
VoD: Dekonstruktion einer gemeinsamen Zukunft. Anders als The Father will Harry Macqueens Supernova seine Demenz am liebsten selbst vergessen, um im Sommer des Lebens zu bleiben. Filmkritik
UNDERDOX Filmfestival: Mit dem No-Budget-Lumpenproletariats-Neostumm-Experimental-Gruselfilm 2551.01 ist Norbert Pfaffenbichler ein bildgewaltiges Werk gelungen, das sich kaum in Worte fassen lässt. Filmkritik