Zelig
Mit Zelig (1983) übte sich Woody Allen schon ein zweites Mal am Format der Mockumentary – lange, bevor dieser Begriff salonfähig wurde.

Woody Allen inszeniert seinen fiktionalen dritten Schwarz-Weiß-Film als vermeintliche Dokumentation. Die porträtiert Leben und Wirken des Angestellten Leonard Zelig (Woody Allen ) in den wilden 1920er- und veränderten 1930er-Jahren. Farbig gestaltete Interviews mit diversen Stars und Sternchen ihrer Ära, den „Zeitzeugen“, wechseln sich ab mit in Sepia gehaltenen Lebensstationen Zeligs. Der tapst – wie später Forrest Gump – von einem zeitgeschichtlich relevanten Ereignis zum nächsten und trifft dabei auf die wichtigsten Persönlichkeiten der Ära. Egal ob Präsidenten wie Coolidge und Hoover, Gangster wie Al Capone oder Sportler wie Babe Ruth – Allen montiert seinen Zelig in Archivmaterial und lässt ihn mit den Größen seiner Zeit parlieren. Zum pseudodokumentarischen Charakter des Films trägt der begleitende Kommentar bei.
Zelig leidet unter einem Identitätsproblem: Er hat Angst anders zu sein und seine eigene Meinung zu vertreten, weshalb er sich ständig seinen Mitmenschen anpasst. Begegnet er korpulenten Personen, stülpt sich sein Bauch heraus; trifft er auf dunkelhäutige Menschen, so gleicht sich seine Hautfarbe an.
Das führt so weit, dass der Jude Zelig, angetrieben vom Drang nach Sicherheit in einer Gruppe, sogar unbemerkt ein Teil von Hitlers Armee wird.
Jessica Roch
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Sendetermine
, 3 Sat














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