Schatten und Nebel

Woody Allen setzt seinem Publikum mit Shadows and Fog einen düsteren, nahezu kafkaesken Film vor, sowohl stilistisch, als auch inhaltlich.

Schatten und Nebel

Hintergrund des Films ist eine unheimliche Mordserie, die ausschließlich in Schatten und Nebel verübt wird – wie der Titel es bereits ankündigt.

Allen spielt den Buchhalter Max Kleinman, der nichts lieber täte, als sich in seiner Wohnung zu verkriechen, jedoch von rabiaten Nachbarn zur Teilnahme an einer Bürgerwehr gedrängt wird. Ängstlich und ohne recht zu wissen, worin seine Aufgabe besteht, stolpert er durch finstere Gassen, begegnet den merkwürdigsten Figuren, wie beispielsweise der Schwertschluckerin Irmy (Mia Farrow) oder einem obskuren Leichenbeschauer, und wird schließlich selbst zum Gejagten.

Der Film fährt ein großes Starensemble auf: John Malkovich, Madonna, Jodie Foster, Kathy Bates, John Cusack, Mia Farrow und einige weitere arbeiten sich unter Allens Regie schauspielerisch zu. Sie interpretieren ihre durchweg skurrilen Charaktere allesamt mit absoluter Ernsthaftigkeit, was zu Brüchen führt und die Atmosphäre des Films prägt. Auch der von Kurt Weill stammende Soundtrack, vorwiegend aus der „Dreigroschenoper“ entnommen, fügt sich in die ambivalente Struktur ein, scheint mal die unheimlichen Mordszenen in einer  gewalttätigen Welt zu karikieren und mal zu unterstützen.

Shadows and Fog ist stilistisch gesehen ganz eindeutig eine Besonderheit unter Allens Arbeiten. Er hebt sich  nicht nur durch den Soundtrack, sondern vor allem seine Lichtsetzung und die stilistische Annäherung an europäische Klassiker der 1920er Jahre deutlich von seinen anderen Filmen ab.

Jessica Roch
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Sendetermine

, 3 Sat

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