In Mank verknüpft David Fincher die Frage nach der Urheberschaft des Citizen-Kane-Drehbuchs mit der Frage nach der Inspiration des Autors – und eine umstrittene These mit einer unbelegten. Das macht den Film noch reizvoller als sein Look. Filmkritik
Der Regisseur Janusz Majewski begann seine Karriere als Fachmann für das Unheimliche. Später erweckte er Landschaften und Milieus der untergegangenen polnischen Vorkriegszeit in großen Kostümfilmen zum Leben. Über drei seiner Filme, die auf YouTube vefügbar sind. Special
Netflix: Martial-Arts-Legende Sammo Hung steht wie eine Weide im Sturm, während seine Gegner auf ihn zustürmen. The Bodyguard ist ein melancholischer Thriller übers Altern, der auch von der Gentrifizierung des Hongkong-Kinos erzählt. Filmkritik
Neu auf Netflix: Kurz nach Trumps Abwahl erscheint die Verfilmung eines Buches, das als Schlüssel zum Mindset seiner Wähler galt. Ron Howard träumt in Hillbilly Elegy aber ganz unverdrossen den American Dream. Filmkritik
VoD: Boxen ist Arbeit, und der Boxerfilm kaschiert diese Gleichung im besten Falle nicht, sondern stellt sie aus. In Hüseyin Tabaks Gipsy Queen nimmt die Kamera immer dann Fahrt auf, wenn die Protagonistin Tische abräumt oder im Ring austeilt. Filmkritik
Salzgeber Club: Ein queerer junger Mann will der Einöde entfliehen und ab in die große Stadt. Neubau ist kein Film über Brandenburg, kein Film über Berlin, kein Film über eine Transition. Sondern ein Film über den Sommer, über Körper, das Sich-Wohlfühlen in der eigenen Haut. Filmkritik
VoD: Ein Fass, das ständig überzulaufen droht. In Dominik Grafs, im trüben Ruhrpott angesiedelten Schimanski-Tatort Schwarzes Wochenende gehen westfälische Möbelfabrikanten aufeinander los. Filmkritik
Ein Banküberfall, sechzig Jahre Gefängnis. Der Dokumentarfilm Time, der auf Amazon Prime zu sehen ist, verspricht einen intimen Blick auf das US-amerikanische Justizsystem. Und macht endloses Warten ohne lange Weilen erfahrbar. Filmkritik
Der übermächtige Schatten der Vorgängerin: Mr. de Winters neue Ehefrau fühlt sich auf seinem Anwesen wie ein Fremdkörper. Im Remake von Hitchcocks erstem US-Film Rebecca setzt Ben Wheatley auf Nahbarkeit und klare Fronten. Filmkritik
Lange bevor Cheang Pou-soi zum gefeierten Blockbuster-Regisseur in China wurde, hat er in Hongkong Low-Budget-Filme für den Videomarkt inszeniert. Our Last Day (1999) wird im Innersten von einer Jugendliebe zusammengehalten, während er sich im Äußersten zu einem nervenzerfetzenden Horrorfilm entwickelt. Filmkritik
VoD: Seltene Inbrunst: Oktoberfest 1900 ist eine drastische Miniserie, die das Abgründige hinter den bürgerlichen Fassaden des Fin de Siècle strahlen und leuchten lässt, bis daraus Asche wird. Filmkritik
Laura (Rasheda Jones), mit Crackern, Kaviar und Vater (Bill Murray) bewaffnet, spioniert ihrem untreuen Ehemann hinterher und versucht ihren verschiedenen Rollen gerecht zu werden. Sinnbildlich knallt dafür in Sofia Coppolas On the Rocks ein Staubsaugerroboter immer wieder gegen die Wand. Filmkritik
Netflix: Charlie Kaufman schickt in seinem neuen Film I’m Thinking of Ending Things ein junges Paar auf einen Roadtrip in die Trostlostigkeit zwischenmenschlicher Beziehungen. Zwischendurch wird aus der Wissenschaft und den freien Künsten zitiert. Filmkritik
VoD: Es gibt keinen gesunden Abstand. In Kopfplatzen versucht ein Pädophiler den qualvollen Konfrontationen des Alltags auszuweichen. Filmkritik
MUBI: Triptychon einer Gesellschaft als Urteil. Sebastian springt über Geländer handelt von den Träumen eines Kindes und des Films – die einen sollten wahr werden können, die anderen werden es wohl nie. Filmkritik
VoD: Was bleibt in ehemals bewohnten Räumen von einem Menschen, was verliert ein Mensch, der seinen Wohnort verlassen muss? Die dänische Regisseurin Anna Sofie Hartmann erkundet in Giraffe einen bevorstehenden Tunnelbau als gesellschaftlichen Umschlagplatz. Filmkritik
VoD: In seinem Coming-of-Age-Debüt jagt der brasilianische Regisseur Leonardo Mouramateus einen jungen Mann durch drei Versionen seiner selbst und gönnt ihm am Ende glückliche Tage. Filmkritik
VoD: Als Film über die Krise von Kleinfamilie und Vaterschaft wäre Der Geburtstag nicht der Rede wert. Doch Regisseur Carlos A. Morelli macht daraus ein verschwenderisches Fest, bei dem er sich kreuz und quer durch die Geschichte des Kinos zitiert. Filmkritik
Ein Comic-Fan, dessen Träume vom Mitbewohner verhökert werden, ein Yakuza, der das Träumen längst aufgegeben hat: Zwei Filme voller Farben, Songs und Unwahrscheinlichkeiten. Special
Neu auf Netflix: Vier Kriegsveteranen kehren nach Vietnam zurück, finden aber anders als John Rambo keine Erlösung. Stattdessen lässt Spike Lee in Da 5 Bloods den Diskurs einfach durchdrehen. Filmkritik
MUBI: Wenn Guy Maddin keine Filme mehr macht, müssen eben andere Regisseure Guy-Maddin-Filme drehen. Sein einstiger Assistent versucht es mit einem freudianischen Polit-Melodrama in 16mm-Technicolor-Optik. Filmkritik