Zum Auftakt des Filmfestivals am Lido feiern die neuen Filme von Yorgos Lanthimos, Paolo Sorrentino und Luca Guadagnino Premiere. Außerdem: Ein Ausflug in den Höllenkreis des europäischen Förderfilms. Special
Ein cooler Barkeeper im Sog der New Yorker Unterwelt: Regisseur Darren Aronofsky inszeniert Caught Stealing als atemlose Gaunergeschichte und lässt seinen gewohnten Fatalismus weitgehend hinter sich. Ein Film, der in seinen besten Momenten wirkt wie aus der Hüfte geschossen. Filmkritik
Eine Renterin misstraut sich selbst: In Wenn der Herbst naht verbindet François Ozon angenehm subtil den klassischen Krimi mit einer gefühlvollen Meditation über das Älterwerden. Dabei spielt er gekonnt mit dem Wissen und Empfinden seines Publikums. Filmkritik
Jahrhundert in psychischen Innenräumen: Mascha Schilinskis brillantes Filmgedicht In die Sonne schauen inszeniert auf einem Bauernhof ein Spiegelkabinett der Geister und Echos, das von der Gewalt kündet, die im patriarchalen System steckt. Filmkritik
Das Verblühende und das Kommende. Luchino Visconti verabschiedet sich in seiner Nebelsymphonie Ludwig II. – gemeinsam mit Helmut Berger und Romy Schneider – von der deutschen Romantik. Filmkritik
Intimität als pragmatische Transaktion: Celine Songs Was ist Liebe wert – Materialists betrachtet die Gefühlswelt seiner Figuren mit einer zunächst reizvollen Abgeklärtheit. Doch die Verlockungen der Rationalität führen den Film auf allzu abgesicherte Pfade. Filmkritik
Streaming-Tipp: Radikal persönlich, ambitionsfrei, crazy verknallt in Pop. Der genial-dilettantische Animationsfilmer und Ex-Maschinenschlosser Bruno Sukrow wäre diesen Monat 98 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass steht seine charmante Krimikomödie Tod im Teehaus nun gratis auf YouTube. Filmkritik
Um sein sterbendes Kind zu retten, entwickelt ein IT-Wissenschaftler eine künstliche Intelligenz, die bald die gesellschaftliche Ordnung bedroht. Simon Jacquemets philosophisches Sci-Fi-Drama Electric Child stellt große moralische Fragen und bleibt dabei doch nüchtern. Filmkritik
Die diesjährige Retrospektive des Filmfestivals in Locarno widmete sich dem britischen Nachkriegskino. Mit improvisatorischer Energie erzählen die Filme von verzwickten Beziehungskisten und den sozialen Reibungen in einer überlebten Klassengesellschaft. Special
Verwaistes Geschwisterpaar im Haus einer heimtückischen Pflegemutter. Den australischen Philippou-Zwillingen (Talk to Me) gelingt in ihrem Horrordrama Bring Her Back ein impulsiver Genre-Mix – zumindest solange ihr Film ungebremst abgründig und böse sein darf. Filmkritik