Von der Party zum erotischen Schweigen, von der Eitelkeit in die Aufrichtigkeit, von der Ästhetisierung zur ästhetischen Ausbeutung. Drei mehr oder weniger frei gewählte Filme im Panorama erregen verzückte Elogen und grundsätzliche Rants. Special
Der rumänische Regisseur Radu Jude gewinnt mit seinem Film Bad Luck or Loony Porn den Goldenen Bären. Hier gibt es die Preisträger der 71. Berlinale auf einen Blick. News
Wenn Marx auch Fantasy gemacht hätte: Julian Radlmaiers Komödie Blutsauger verwebt 1928 und das Jetzt ineinander, um den historischen Materialismus in die Gegenwart zu hieven. Filmkritik
Minas Mann wird durch einen Justizfehler hingerichtet, obwohl er unschuldig ist. Das iranische Drama Ballade von der weißen Kuh zeigt den Kampf einer Frau gegen den Unrechtsstaat und scheut sich nicht vor provokanten Frontalangriffen aufs Regime. Filmkritik
VoD: Céline Sciamma feiert in Petite Maman Übergangsszenarien und Herbstfarben. Ein Film, der nach seinem eigenen Platz sucht – nur dem Anschein nach mit weniger Wucht als Porträt einer jungen Frau in Flammen. Filmkritik
Kino als Schutzhülle. Betania Cappato steckt ihre autistische Protagonistin in eine Schule, in der man einander hilft. A School in Cerro Hueso ist ein Film nicht der großen Worte, sondern über das Große, das im Kleinen steckt. Filmkritik
VoD: Alexander Koberidze fordert uns auf, die Augen zu schließen und erst auf Signal wieder zu öffnen. Danach schenkt uns Was sehen wir, wenn wir zum Himmel schauen? ein echtes Sommermärchen und meint es ganz ernst damit. Filmkritik
Berlinale – Encounters: Zusammen mit Mariano Llinás erzählt Andreas Fontana in seinem Spielfilmdebüt Azor davon wie sich Geschichte wiederholt – und von Brandos Colonel Kurz, der schon lange nicht mehr im Urwald wohnt. Filmkritik
Liebe, Schuld, Entfremdung: Bence Fliegauf blickt mit seinem Episodenfilm in sieben Wohnungen und auf die zwischenmenschlichen Dramen, die sich dort abspielen. Die Welt da draußen bleibt ganz pandemisch ausgesperrt. Filmkritik
Ein paar junge Männer wollen ihre Unschuld bei einer Hure verlieren. In George Peter Barbaris Debütfilm entwickelt sich daraus eine der stärksten und zugleich deprimierendsten Sexszenen dieser Berlinale. Filmkritik