7. ALFILM

Vom 6. bis zum 13. April widmet sich das Berliner Festival ALFILM wieder dem arabischen Kino der Gegenwart – unternimmt aber auch einige Ausflüge in die Vergangenheit.

Once I Entered A Garden

Für eine Woche gibt es wieder die Gelegenheit, sich in den Spielstätten Arsenal, City Kino Wedding und fsk-Kino einen Überblick über den aktuellen arabischen Film zu verschaffen. Bereits seit sieben Jahren bemüht sich das Berliner Festival darum, möglichst vielfältig bei seiner Programmierung zu sein. Der Schwerpunkt liegt zwar unmissverständlich auf anspruchsvollerem Festival- und Arthousekino, vereint dabei aber unterschiedliche Produktionsstandards und Erzählformen.

Roundabout-in-my-Head

Auf dem Programm steht in diesem Jahr etwa Coma, in dem die syrische Regisseurin Sara Fattahi ihre Mutter und Großmutter in der gemeinsamen Wohnung filmt, während draußen der Krieg wütet. In ihren intimen Aufnahmen findet sie Bilder für den inneren Belagerungszustand. Gezeigt wird auch Merzak Allouaches vorletzter Spielfilm The Rooftops (Es-Stouh, 2013), der sich verschiedenen gesellschaftlichen Außenseitern über den Dächern von Algiers widmet. Allouaches Landsmann Hassan Ferhani porträtiert in seinem letztes Jahr in Turin und Amiens ausgezeichnetem Roundabout in My Head (Fi rassi rond-point) so geduldig wie monumentalisierend die jungen und alten Angestellten in einem algerischen Schlachthaus. Einem persönlicheren Anliegen folgt dagegen der Israeli Avi Mograbi – seit Jahren ein Stammgast auf europäischen A-Festivals. In Once I Entered A Garden (2012) versucht er mithilfe von alten 8mm-Aufnahmen die Liebesgeschichte seiner Eltern zu rekonstruieren.

Alexandria Why

Neben den zahlreichen aktuellen Filmen gibt auch in diesem Jahr wieder einige historische Programmpunkte. Unter anderem wird Alexandria… Why? (Iskanderija... lih?, 1979) von Youssef Chahine aufgeführt, der autobiografisch von den Jugendjahren des Regisseurs in Alexandria während des Zweiten Weltkrieges erzählt. Chahine ist vor allem wegen seines Melodrams Cairo Station (Bab el hadid, 1958) bekannt, das sich auf die prekären Existenzen konzentriert, die sich rund um den Hauptbahnhof Kairos versammeln und das in den letzten Jahren zu verschiedenen Anlässen in Berlin zu sehen war.

Hier geht zum gesamten Programm

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