In umgekehrter Chronologie erzählt Ozon die fünf wichtigsten Momente im gemeinsamen Leben von Gilles und Marion, von der Scheidung bis zum Kennenlernen. Mit hervorragenden Darstellern und einem verblüffend einfachen Plot überzeugt der Film auch stilistisch als Zitat unterschiedlicher ästhetischer Strömungen. Filmkritik
The Door in the Floor ist die inzwischen fünfte Verfilmung eines John Irving Romans. Es ist die Geschichte eines Ehepaares (Jeff Bridges, Kim Basinger), das in seiner Trauer um den Verlust der Söhne gefangen ist. Als ein junger Student bei ihnen den Sommer verbringt, brechen die Wunden wieder auf. Regisseur Tod Williams verlässt sich in seinem zweiten Film zu Recht auf seine hervorragenden Darsteller, sein Film vermag dennoch nicht wirklich zu fesseln. Filmkritik
Regisseur Paul McGuigan bemüht sich in der Adaption des französischen Films L´Appartement (Lügen der Liebe, Gilles Mimouni 1996) an falscher Stelle um Eigenständigkeit und nimmt der leidenschaftlich-erotischen Vorlage jeglichen Tiefgang. Doch weder als romantische Liebesgeschichte, noch als Märchen und schon gar nicht als Thriller funktioniert sein Film mit den apathisch agierenden Darstellern Josh Hartnett und Diane Krüger. Filmkritik
Resist! ist eine beeindruckende Dokumentation über die Arbeit der freien US-amerikanischen Theatergruppe „Living Theatre“, die inzwischen seit über fünfzig Jahren besteht. Die Regisseure Dirk Szuszies und Karin Kaper begleiten sie zu Projekten in der ganzen Welt von New York bis in den Libanon, und zeichnen das Bild einer Truppe, die fest entschlossen ist, bestimmte politische und soziale Strukturen nicht einfach hinzunehmen, sondern sie mit den Menschen diskutieren und verändern will. Filmkritik
VoD: Ganz ohne Sozialkitsch oder moralische Keule inszeniert Oskar Roehler in seinem neuesten Werk eine Kritik deutscher Befindlichkeit. Mit Spaß und Gefühl werden die Geschichten dreier Geschwister erzählt, die auf der Suche nach ihrem Lebensglück sind. Zusammen bieten sie ein tiefgründiges Gesellschaftsporträt unserer Gegenwart. Filmkritik
Evil ist eine tragische Coming-of-age Geschichte im Schweden der 50er Jahre, ein Film über Ursache und Wirkung körperlicher und seelischer Gewalt in der Familie und der Schule. Die Adaption der Autobiographie Ondskan des schwedischen Bestsellerautors Jan Guillou ist in Skandinavien der größte kommerzielle Kinoerfolg der vergangenen Jahre. Spannend, aber klischeebehaftet. Filmkritik
Die drei fast 90jährigen Protagonisten von Flammend’ Herz, dem berührenden Debütfilm von Oliver Ruts und Andrea Schuler, haben eine sehr spezielle Leidenschaft: das Tätowieren. Sie hat sie zusammengebracht und verbindet sie bis heute. Der Film lässt die Männer selbst ihre Geschichten erzählen, immer auf der Suche nach einem erfüllten, selbst bestimmten Leben. Auf der Berlinale 2004 wurde Flammend’ Herz mit dem von einer deutsch-französischen Jugendjury vergebenen Preis „Dialogue en Perspective“ ausgezeichnet. Filmkritik
Interview mit Oliver Ruts und Andrea Schuler zu Flammend’ Herz. Interview
Im ländlichen Niemandsland der USA ereignet sich eine unheimliche Mordserie. Die Jagd nach dem ultimativen Serienkiller, dem Suspect Zero, führt direkt in das bizarre parapsychologische Labyrinth einer düsteren Seele. Oscarpreisträger Ben Kingsley glänzt in einem Mystery-Psychothriller, der aber dramaturgisch selten überzeugt. Filmkritik
„Wie ist es gekommen, dass Argentinien, diese Kornkammer der Welt, Hunger leiden muss?“, wundert sich der argentinische Regisseur Fernando Solanas. In Memoria del Saqueo - Chronik einer Plünderung werden durch eine Mischung von Archivbildern und selbst gedrehtem Material die neoliberale Politik und die Korruption der politischen Elite verurteilt. Solanas, der unter anderem für La Hora de los hornos (Die Stunde der Hochhöfen, 1967) bekannt ist, wurde auf der diesjährigen Berlinale mit dem Goldenen Bären für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Filmkritik