VoD: Eine Schauspielerin ohne Rolle, eine Anwältin ohne Fall und ein nicht abreißender Strom idiotischer Männer. François Ozon verfilmt ein Theaterstück aus den 1930ern und deklariert seine weiblichen Hauptfiguren zu #metoo-Avantgardistinnen. Filmkritik
Das Programm des 76. Filmfestivals Locarno (2.8.-12.8.) im Überblick. News
Neu auf DVD: Kein neonfunkelndes Farbenmeer, keine schrill gestalteten Hemden. Hongkong wird in Soi Cheangs Thriller Limbo zum Relief aus Graustufen, in dem Mensch und Müll bis zur Unkenntlichkeit verschmelzen. Filmkritik
Neu auf Blu-ray: Die Machtergreifung in der Glaskugel. István Szabós Biografie über den in den 1930er Jahren populären Hellseher erzählt vom langsamen Gleiten in den Abgrund. Dabei erscheint Hanussen (1988) manchmal harmlos versöhnlich, und manchmal voller giftiger Widerhaken. Filmkritik
Neu auf DVD: Ausharren im Abgrund – Die Erde ist ein sündiges Lied (1973) zeigt den Familienalltag in einem finnischen Dorf als karge, kraftraubende Gegenwart. Doch in der niederdrückenden Wirklichkeit findet sich irgendwann auch das Schöne. Filmkritik
In One Day in Ukraine, der bereits auf mehreren europäischen Festivals lief, porträtiert Volodymr Tykhyy einen Tag in Kyjiw im März 2022. Im Interview spricht er über die Dreharbeiten, die Funktion des Kinos in Kriegszeiten und die Zukunft des ukrainischen Films. Interview
Klimaaktivismus als Heistfilm: Daniel Goldhaber macht Andreas Malms Ökoterrorismus-Gedankenspiel How to Blow Up a Pipeline zum greifbaren Thriller, tappt dabei aber auch in einige Fallen. Filmkritik
Nach 40 Jahren kehrt Felice ins heruntergekommene Neapel zurück und verliert sich trotz lauernder Camorra-Gefahr in Nostalgie. Mario Martones Film lässt uns mitschwelgen, aber nicht ohne Hintersinn. Filmkritik
Thomas Hardimans Debüt lockt mit einem grausigem Mord, einer einzigen Plansequenz und extravaganten Frisuren. Medusa Deluxe kommt konsequent vom Genreweg ab und führt in einen Mikrokosmos, in dem die große Geste mit dem Alltag kollidiert. Filmkritik
Die junge Pearl wünscht jedem den Tod, der ihrer Traumerfüllung im Weg steht. In seinem Prequel zu X übertreibt Ti West das Drama bis in seine aberwitzige Entstellung. Zitate und Stil-Pastiche sind dabei nie Selbstzweck, sondern Teil eines virtuosen Erzählens. Filmkritik