In seinem vierten Spielfilm präsentiert Regisseur Woo Ming Jin Menschenhandel und Missbrauch als kalte Normalität. Tiger Factory ist durchweg subtil, unterkühlt und konsequent bis zum Schluss. Emotionen sind dabei kaum spürbar. Filmkritik
„Don't be so fucking middle class!“ Drei Teenager fallen auf das Sexversprechen der nächsten MILF rein und geraten in die Fänge blutrünstiger Fanatiker. Filmkritik
Paolo Giordanos Erzählung über zwei junge Menschen so einsam wie Primzahlzwillinge wird in Saverio Costanzos Verfilmung mit überraschend satten Bild- und Klangkompositionen umgesetzt. Filmkritik
Das Ende der Welt ist ihre identische Dopplung. Im apokalyptischen Setting sucht ein Mädchen nach Sühne für ihre Schuld, freier Wille hin oder her. Filmkritik
Keine Bange ums Happy End: Regelmäßiger Sex führt zu Liebe. Oder? Filmkritik
Wer Black Narcissus von Powell & Pressburger (1947) gesehen hat, der vergisst diesen Film nicht so schnell. Das liegt weniger an der Handlung (irgendetwas über Nonnen in Indien, über Leidenschaft und Besessenheit), sondern vielmehr an den Bildern – und also an dem Kameramann Jack Cardiff, der in britischen Studios ein künstliches Technicolor-Himalaya filmte. Er verlieh Black Narcissus eine farbig-mythische Qualität, von der man auch im CGI-Zeitalter noch gefesselt ist. Cardiff bekam für seine Arbeit damals einen Oscar. Die seltene Gelegenheit, mehr über ihn zu erfahren, bietet das 7. Globians Dokumentarfilmfestival in Berlin, das am 11. August beginnt. Zur Eröffnung am Donnerstagabend läuft die exzellente Dokumentation Cameraman: The Life & Work of Jack Cardiff (UK, 2010): News

Wenn Ferrara über das Filmemachen spricht, dann verwendet er stets die Wir-Form. Beim Empfang des Ehrenleoparden gestern Abend unter strömendem Regen auf der Piazza Granda in Locarno betonte er, dass „unser Ziel“ es sei, den Ehrenleoparden zwei Mal zu gewinnen. Dass es für ihn, der oft als Kultregisseur bezeichnet wird, noch nicht zu Ende ist mit dem kollektiven Prozess des Filmemachens, bewies er mit einem Ausschnitt aus seinem neuesten Film 4:44 Last Day on Earth, der derzeit noch geschnitten wird und im September in Venedig Weltpremiere feiern wird. Zu sehen darin waren zerrüttete Familienbeziehungen, moderne Technik, und ein Tränenausbruch Willem Dafoes kurz vor der Apokalypse. News
Linktipp: auf 3framed.com finden sich Filmbilderrätsel in jeweils drei gemalten Frames. Interessant ist dabei vor allem, wie unterschiedlich stark sich einzelne Bilder oder Momente eines Films ins Gedächtnis einbrennen und mit diesem assoziert werden. Die Filme und Zeichnungen sind sehr divers und offenbaren natürlich gleichzeitig so einiges über die Filmwahrnehmung der Zeichner. Mitmachen ist übrigens ausdrücklich erwünscht.
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Rupert Wyatt knüpft mit sozialkritischen Untertönen an die früheren Planet-der-Affen-Filme an und inszeniert die Tiere als unterdrückte Minderheit. Filmkritik
Warum endet die Hälfte unserer Lebensmittel im Müll? Valentin Thurn konfrontiert uns in Taste the Waste mit den Ausmaßen unserer Nahrungsmittelverschwendung. Filmkritik