Kurzkritiken zu den Filmen Girls Always Happy von Yang Mingming, Extended Sea von Nesrine Khodr und Classical Period von Ted Fendt, verfasst von Studierenden des Seminars „Schreiben über Film – Berlinale 2018“ (Stiftung Universität Hildesheim). Special
Das hektische Abstoßen der Herrscherwürde: The Real Estate nutzt Immobilienblase und Wohnungsknappheit auf vage und konfuse Weise als Assoziationsfelder. Dabei ist er von seiner Hauptfigur so bedingungslos fasziniert, dass er sie gar nicht erst richtig greifbar werden lässt. Filmkritik
Grobe Jungs üben sich in transzendentalem Gesang. In Auferstehen erzählt Cédric Kahn von einem Ex-Junkie, der zu Gott findet – und gibt der Religion dabei ihre Sinnlichkeit wieder. Filmkritik
Wenn Hanna Schygulla züchtigend die Hand erhebt – über die Schauwerte des Katholizismus in Cédric Kahns The Prayer. Außerdem: Über die Wunden, die gerissen werden, wenn Literatur und Leben sich bis aufs Blut ineinander verbeißen. Special
Im Schutzraum gefangen, oder zur Frühreife verdammt. Auch in Daughter of Mine träumt Laura Bispuri von luftleeren Räumen, in dem sich nichts ihrem didaktischen Programm entzieht. Filmkritik
Verflüssigung der Geometrie. Hong Sang-soo setzt sich ins Café, malt Drei- und Vierecke aus Figuren und holt den Soju reichlich spät heraus. Filmkritik
Aleksei German Jr. zeigt uns ein paar Tage aus dem Leben von Sergei Dovlatov und künstlerischer Intelligenzija in der Sowjetunion Anfang der 1970er Jahre – und will uns mit viel Kunstwillen erzählen, dass ein wahrer Künstler verkannt sein müsse. Filmkritik
Zum ewigen Dasein auf der Durchreise verdammt. In Christian Petzolds Adaption von Anna Seghers’ Exilroman Transit ist Marseille kein realer Ort, sondern ein Fegefeuer, in dem sich Vergangenheit und Gegenwart nicht mehr voneinander trennen lassen. Filmkritik
Fake-Dramatist trifft Edelprostituierte gerade rechtzeitig zur nächsten Deadline. Benoît Jacquot hat mit Eva einen Roman aus den 1940er Jahren adaptiert, mit für seine Verhältnisse wenig Legato. Filmkritik
Grandios oder nur sehr gut - Christian Petzolds Transit spaltet in zwei Lager. Außerdem: Isabelle Huppert bekommt in Eva eine Rolle auf den Leib geschrieben. Special