Emanzipation im Bild ausgeschlossen: In dem Netflix-Drama Mudbound gelingt es Dee Rees mit den Mitteln des klassischen Erzählkinos, Rassismus nicht als Sonderfall, sondern als Ordnungsprinzip zu begreifen – und über ästhetische Gegenprinzipien nachzudenken. Filmkritik
Wahrheiten von dreckigen, nassen Frauen oder von der Unendlichkeit der Liebe. Hisayasu Satōs Love – Zero = Infinity zeigt einen Lehrer, der zwei vampirische Paare verfolgt, und bietet keine Wegweiser, sondern eine Landschaft zum Erforschen. Filmkritik
Fakten-Check: Wie viel ist dran an der Behauptung der Branchenzeitschrift Blickpunkt:Film, Regisseure hätten nicht auf eigene Initiative einen Neuanfang bei der Berlinale gefordert? Über eine faule Desinformations-Kampagne. Special
Seelische Krüppel, Rape-Fantasien und ziemlich viele Injektionsnadeln: In den kalten und rohen Erotikfilmen von Hisayasu Satō ist der Wahnsinn kein Ausnahmezustand. Zum Auftakt unserer Reihe erzählt Oliver Nöding, wie er die Angst vor der Begegnung mit dem Werk des japanischen Regisseurs überwand und warum sich das gelohnt hat. Special
Die Last des Sehens und die Freiheit des Nicht-Sehen-Müssens – Barbara Alberts Licht blickt ins Antlitz der blinden Pianistin Maria Paradis. Was sie alles am eigenen Leib über gesellschaftliche Zwänge erfährt, hebelt der Film dabei immer wieder aus. Filmkritik
Babylon ist in Neukölln und Marvin Krens Gangsterepos 4 Blocks die beste deutsche Serie seit Langem. Eine Würdigung zum DVD-Release und zum Free-TV-Start auf ZDF neo. Filmkritik
Warum Geschichte nicht als Actionfilm inszenieren? In Detroit versteht Kathryn Bigelow die Race Riots aus dem Jahr 1967 nicht als Geste schwarzer Selbstermächtigung – und setzt in ihrem Film doch auf die totale Mobilisierung, auch die des Zuschauers. Filmkritik
Sterben im Randgebiet der Moderne – Wang Bings Mrs. Fang zeigt die letzten Lebenswochen einer an Alzheimer erkrankten Bäuerin. Dabei entwirft er ein Widerspiel zwischen dem Stillstand des Todes und dem unaufhaltsamen Wogen gesellschaftlichen Wandels. Filmkritik
VoD: Jetzt auch als Zerstreuung: Julian Rosefeldts Filminstallation Manifesto kommt in einer linearen Fassung ins Kino und zeigt die Kunst des 20. Jahrhunderts als hitzige Debatte mit indiskretem Charme. Filmkritik
Er nun wieder: Richard Linklater erzählt in Last Flag Flying gewohnt uneitel vom Wiedersehen dreier Vietnam-Veteranen anno 2003. Sein Film ist politischer als so manch andere, die das in diesem Jahr sein wollten. Filmkritik