VoD:Melodram nahe dem Regenwald. Als tropisch-schweißige Schwere legt sich das Patriarchat über die Bilder, mit denen Karim Aïnouz von der Sehnsucht der Schwestern Gusmão erzählt. Kritik
F 2017. Regie: Bruno Dumont. Mit: Lise Leplat Prudhomme, Jeanne Voisin Start:
Der Front National würde in diesem Film nach wenigen Minuten verdursten. Und gleichzeitig können wir mit Bruno Dumonts tollem Rockmusical über die Kindheit Jeanne d’Arcs auch endlich La La Land vergessen.Kritik
DK, CA, S, F 2019. Regie: Lone Scherfig. Mit: Zoe Kazan, Andrea Riseborough Start:
Die erstickende Wärme der Menschlichkeit. Lone Scherfigs Berlinale-Eröffnungsfilm The Kindness of Strangers will ein melodramatisches Loblied auf das Gute im Menschen sein, ist aber fürs Preisen wie fürs Weinen zu leidenschaftslos. Kritik
In Die Wache treibt der Surrealist Quentin Dupieux sein Spiel mit dem Auflösen der filmischen Illusion weiter - und befreit sich zugleich aus der Nische, in der er zuletzt feststeckte. Kritik
CH, D 2018. Regie: Simon Jaquemet. Mit: Judith Hofmann, Naomi Scheiber Start:
Immer tiefer hinein in Wälder und Verliese, in Serverräume und Swingerclubs. In Simon Jacquemets Der Unschuldige gerät das Leben einer Frau aus den Fugen. Kritik
Die Realität kuratieren. Bernhard Sallmanns inzwischen vierter Fontane-Film begibt sich abermals auf eine romantische Wanderung durch die Mark Brandenburg. Im Gepäck hat er politisches Potenzial und einen musealen Audioguide. Kritik
D 2018. Regie: Henning Gronkowski. Mit: Janaina Liesenfeld, Emily Lau Start:
Sie nehmen G und Ecstasy und Koks und Speed. Sie bereiten es her und strecken es, sie verkaufen es, sie verkaufen sich. Henning Gronkowskis Yung sucht das Unmittelbare und den Exzess in der Berliner Gegenwart. Kritik
CA, USA 2019. Regie: Robert Eggers. Mit: Robert Pattinson, Willem Dafoe Start:
Willem Dafoe und Robert Pattinson gehen als Leuchtturmwärter im Alkoholdelirium aufeinander los. Nach dem hehren Ernst des Vorgängers The VVitch beschwört Robert Eggers eine sagenhafte Vergangenheit diesmal auch mit groteskem Humor. Kritik
D 2019. Regie: Mariko Minoguchi. Mit: Saskia Rosendahl, Jeanette Hain Start:
VoD: Der Film beginnt mit dem Ende. Die Hauptfigur stirbt. Von hier aus bewegt sich Mariko Minoguchis Regiedebüt in alle Zeitrichtungen – und spürt die Verbindungen auf, die über Leben und Tod entscheiden. Kritik
USA 2019. Regie: Richard Linklater. Mit: Cate Blanchett, Judy Greer Start:
Nach Last Flag Flying hat Richard Linklater mit Bernadette erneut einen Roman adaptiert, ohne sich deshalb gleich untreu zu werden. Herausgekommen ist ein architektonisch-antarktischer Film über eine Frau, die mal wieder was bauen müsste. Kritik
NO, S, DK 2019. Regie: Hans Petter Moland. Mit: Stellan Skarsgård, Tobias Santelmann Start:
Ein alter Mann hält Rückschau auf einen Sommer seiner Kindheit in Schweden. In einem überdrehten Sturm aus Bildern, Klängen und Musik sträubt sich Pferde stehlen gegen die Vermutung, dass diese Zeit kaum Nachwirkungen hatte. Kritik
Ich bin eine Frau in Mazedonien. Mal zärtlich, mal clever, mal grob zwingt Gott existiert, ihr Name ist Petrunya zur Identifikation mit seiner Titelheldin im Kampf gegen das Patriachat. Kritik
VCH 2019. Regie: Xiaoshuai Wang. Mit: Liya Ai, Jiang Du Start:
VoD: Wang Xiaoshuai entwirft in Bis dann, mein Sohn ein sich über Jahrzehnte erstreckendes Familien- und Gesellschaftsdrama, bei dem alles im Schatten eines Stausees steht. Nach langem Suchen findet auch der Film ein richtiges Ende. Kritik
Ö 2018. Regie: Kelly Copper, Pavol Liska. Mit: Greta Kostka, Andrea Maier Start:
Nazis, Nekrophilie, Inzest: Ein amerikanisches Regie-Duo adaptiert einen Jelinek-Roman, ohne ihn je gelesen zu haben. Das Ergebnis ist blödsinnig, ekelhaft und geschmacklos – und ein Heidenspaß. Kritik
USA 2019. Regie: Martin Scorsese. Mit: Anna Paquin, Robert De Niro Start:
Das dreieinhalbstündige Mafiaepos The Irishman ist ein Abgesang auf eine Welt, die Martin Scorsese lebenslang obsessiv beschäftigt hat – aber wirkt in keinem Moment wie der Abschied eines Künstlers. Kritik
D 2019. Regie: Jan Ole Gerster. Mit: Corinna Harfouch, Tom Schilling Start:
Jan-Ole Gerster folgt einer der Welt entrückten Pianistin durch einen Tag im Leben der Hauptstadt. Der Vergleich zum Vorgänger Oh Boy drängt sich auf, aber Lara will deutlich tiefer bohren. Kritik
USA 2019. Regie: Scott Z. Burns. Mit: Adam Driver, Corey Stoll Start:
Auch Gefühle sind nur Fakten: Scott Z. Burns’ The Report dreht sich zwar um Folter und Gerechtigkeit, wird richtig emotional aber nur, wenn es um den Glauben an Institutionen geht. Kritik
Das Gedenken als Randerscheinung – Sergei Loznitsas Tag des Sieges beobachtet ein krampfhaft ungezwungenes Zusammensein und ein kollektives Schwelgen in nationaler Nostalgie. Kritik