Neu im Kino

Sibel – Kritik

2018. Regie: Guillaume Giovanetti, Çagla Zencirci. Mit: Damla Sönmez, Erkan Kolçak Köstendil
Start:

Der brutale Traditionalismus eines Dorfes und eine Ausgestoßene als ruhelose Mischung aus Bäuerin und Girl Scout: Wie toll wäre es, würde Sibel sich daraus zu einem Rape-and-Revenge-Film entwickeln. Kritik 

Shoplifters - Familienbande – Kritik

JP 2018. Regie: Hirokazu Koreeda. Mit: Kirin Kiki, Sôsuke Ikematsu
Start:

Schräge Familienaufstellung unter unsichtbarem Feuerwerk. Hirokazu Koreeda krakelt in Shoplifters mal wieder am japanischen Familienkonzept herum. So radikal wie vorher noch nie. Kritik 

Drei Gesichter – Kritik

IR 2018. Regie: Jafar Panahi
Start:

Der iranische Regisseur Jafar Panahi darf sein Land nicht verlassen, und irgendwie hat er auch Berufsverbot. In Drei Gesichter spielt er wieder eine Hauptrolle, guckt in der Provinz durch Zäune und gefällt sich selbst. Und doch kann man ihm dafür kaum böse sein. Kritik 

Postcards from London – Kritik

GB 2018. Regie: Steve McLean. Mit: Harris Dickinson, Jonah Hauer-King
Start:

Wie unterscheidet sich das Fleischstück vom Engelsgesicht? Steve McLean entwirft in Postcards from London das Stadtviertel Soho als einen zeitlosen Ort – und lässt eine Gruppe von Sexarbeitern die Kunstgeschichte neu schreiben. Kritik 

Die Erscheinung – Kritik

F, B, 2018. Regie: Xavier Giannoli. Mit: Vincent Lindon, Galatéa Bellugi
Start:

Glaubt, oder glaubt eben nicht, beides geht in Ordnung: Xavier Giannolis L'Apparition - Die Erscheinung über eine Marienerscheinung in einer französischen Alpenstadt ist ein überbordender Film aus Fakten, Betrug und falschen Spuren. Kritik 

Sanfter Schlamm – Kritik

LV 2016. Regie: Renars Vimba. Mit: Elina Vaska, Andzejs Lilientals
Start:

Verwundete Gegend: Renārs Vimbas Erstlingswerk Sanfter Schlamm erzählt von Fluchtbewegungen aus der lettischen Provinz und vor allem von den Spuren, die sie hinterlassen. Die dableiben, stochern in Pfützen herum oder zünden Gebäude an. Kritik 

Gegen den Strom – Kritik

F, IS, UA 2018. Regie: Benedikt Erlingsson. Mit: Halldóra Geirharðsdóttir, Jóhann Sigurðarson
Start:

Die menschengemachte Erderwärmung bedroht weltweit Lebensräume. Politik und Wirtschaft verschlimmern das Problem, anstatt es zu verbessern. Nur eine heldenhafte isländische Gesangslehrerin stellt sich ihnen in Gegen den Strom in den Weg. Kritik 

Yours in Sisterhood – Kritik

USA 2018. Regie: Irene Lusztig
Start:

Ein Film schaut in die Archive einer Zeitschrift und damit in die Geschichte des Feminismus. Das wirft auch ein Licht auf heutige Debatten. Kritik 

Under the Silver Lake – Kritik

USA 2018. Regie: David Robert Mitchell. Mit: Sydney Sweeney, Riley Keough
Start:

David Robert Mitchell gräbt sich durch die Kulturgeschichtsschichten über L.A. und dreht den Film, der nach La La Land quasi notwendig wurde. Kritik 

Climax – Kritik

F 2018. Regie: Gaspar Noé
Start:

VoD: Körperkino obsessiv, musikalisch, kurzweilig, verdammt ernst und unbedingt komisch. Gaspar Noé ersinnt eine durchsexualisierte Tanzgruppe, bei der jeder Tänzer etwas dringend will. Climax setzt darauf, dass es schiefgeht. Kritik 

Widows - Tödliche Witwen – Kritik

GB, USA 2018. Regie: Steve McQueen. Mit: Elizabeth Debicki, Garret Dillahunt
Start:

Steve McQueen wagt sich mit Widows ins Heist-Genre und verschaltet einen All-Female-Beutezug mit einem Wahlkampf in Chicagos South Side. Was ist Wahlkampf auch anderes als ein Beutezug? Kritik 

Die Erbinnen – Kritik

, UY, BR, NO 2018. Regie: Marcelo Martinessi
Start:

Zur Einfühlung verdonnert – Die Erbinnen erzählt die Geschichte eines verspäteten Erwachsenwerdens, verlässt sich dabei aber allzu sehr auf die Wirkungsmacht eines reglosen Gesichts. Kritik 

The House That Jack Built – Kritik

DK, F, S, D 2018. Regie: Lars von Trier. Mit: Matt Dillon, Bruno Ganz
Start:

Die Nazis und ihr Sinn für Ästhetik dürfen wohl nicht fehlen in einem Opus über die Schönheit des Mordens. Lars von Trier hat mit The House That Jack Built wieder einen Schocker inszeniert und langweilt – bis zum fulminanten Finale. Kritik 

Sauvage – Kritik

F 2018. Regie: Camille Vidal-Naquet. Mit: Félix Maritaud, Eric Bernard
Start:

Der Heilige, der auf den Strich ging: In seinem Langfilmdebüt Sauvage spielt Camille Vidal-Nacquet sämtliche Möglichkeiten der Wildheit durch und landet bei der bedingungslosen Zärtlichkeit. Kritik 

Berlin Excelsior – Kritik

D 2017. Regie: Erik Lemke
Start:

Macht den jungen Mann sein Date nervös oder die Kamera, die zuschaut? In Berlin Excelsior filmt Erik Lemke Bewohner eines Kreuzberger Mietshauses und ist live dabei, wenn sie sich inszenieren. Kritik 

Cold War - Der Breitengrad der Liebe – Kritik

PL, F, GB 2018. Regie: Pawel Pawlikowski. Mit: Joanna Kulig, Tomasz Kot
Start:

Ein Liebespaar, das nicht nur von Ort zu Ort, sondern von einer musikalischen Ausdrucksform zur nächsten geworfen wird. Davon erzählt Cold War auf eine Weise, die jeden menschlichen Wildwuchs beharrlich zurechtstutzt.  Kritik 

Jupiter's Moon – Kritik

HU 2017. Regie: Kornél Mundruczó. Mit: Merab Ninidze, Zoltán Mucsi
Start:

Flieg, Flüchtling, Flieg: Kornél Mundruczó treibt dem Migrationskino seine Bodenhaftung aus. Nur worauf hebt er damit eigentlich ab? Kritik 

An Elephant Sitting Still – Kritik

VCH 2018. Regie: Hu Bo. Mit: Zhang Yu, Peng Yuchang
Start:

VoD: Ein Limbo namens Leben. Hu Bos An Elephant Sitting Still durchwandert mit einer hochbewegten Kamera eine chinesische Blocksiedlung und verbindet in fast jeder Einstellung schwer auszuhaltende Enge mit unüberbrückbarer Distanz. Kritik 

Suspiria – Kritik

IT 2018. Regie: Luca Guadagnino. Mit: Chloë Grace Moretz, Dakota Johnson
Start:

Gedärme, geteiltes Deutschland und Hexenkraft, wenn der Arzt kommt. Luca Guadagninos Suspiria ist nur zum Teil der Horrorfilm, der er zu sein verspricht. Weil er viel mehr sein will. Kritik 

Leto – Kritik

RUS 2018. Regie: Kirill Serebrennikov. Mit: Teo Yoo, Irina Starshenbaum
Start:

VoD: Gitarren, Schlagzeug und Gesang reichen schon, um die Jugend der Breschnew-Ära zusammenzuschweißen. Kirill Serebrennikovs Leto wirft einen wehmütigen Blick auf die Zeit eines Aufbruchs und zeigt sie unverhohlen als Idyll. Kritik 

In My Room – Kritik

D, IT 2018. Regie: Ulrich Köhler. Mit: Hans Löw, Elena Radonicich
Start:

VoD: Postapokalyptisches Deutschland. Ulrich Köhler hat mit In My Room einen Film über Inneres, Bau und Heimat gedreht – und über Männer, die ihr Land lieben. Kritik 

A Prayer Before Dawn – Kritik

GB, F 2017. Regie: Jean-Stéphane Sauvaire. Mit: Joe Cole, Vithaya Pansringarm
Start:

Das einzige, was bleibt, ist der Körper: Jean-Stéphane Sauvaires minimalistisches Biopic über den Boxer Billy Moore taumelt wie im Drogenrausch durch den gewalttätigen Alltag eines thailändischen Gefängnisses. Kritik