Der Projektor im Gebetssaal: Zwischen Mythologie und Realismus siedelt Aktan Arym Kubat seinen neuen Film Die Flügel der Menschen an, und bringt gegen den Einzug des Fundamentalismus in sein Land nicht zuletzt das Kino selbst in Stellung. Kritik
USA 2017. Regie: Jake Kasdan. Mit: Karen Gillan, Dwayne Johnson Start:
Alle Lebensalter in der Schwebe: In Jake Kasdans Fortsetzung zu Jumanji bewohnen Jugendliche die Körper erwachsener Filmstars – was Figuren wie Schauspieler in hochkomische Pubertätsnöte stürzt. Kritik
IT, D 2017. Regie: Jan Zabeil. Mit: Bérénice Bejo, Alexander Fehling Start:
Jan Zabeil gestaltet einen intimen Film, der sein Bergsteiger-Panorama in Norditalien für eine Nichtvater-Sohn-Geschichte nutzen will und nicht davor zurückschreckt, das Gebirge metaphorisch einzusetzen. Kritik
F, CA 2016. Regie: Philippe Lioret. Mit: Pierre Deladonchamps, Gabriel Arcand Start:
Identität als Heimsuchung und ewiger Zweifel: In Philippe Liorets Die kanadische Reise irrt ein junger Mann erst der eigenen Abstammung nach und schreibt dann doch selbst das Szenario seiner Herkunft. Kritik
Den Jedi dämmert langsam, dass sie selbst die Geißel der Galaxis sein könnten. Star Wars: Episode VIII deutet ein Ende davon an – doch vorerst pusht die Macht noch einmal alles in einen ausschweifenden Recycling-Loop. Kritik
Schaltzentren, Umschlagplätze und miteinander vernähte Leben. Die Französin Katell Quillévéré hat mit Die Lebenden reparieren einen Film gedreht, der analytisch kombiniert und erklärt, um dann in der kleinsten Regung plötzlich leidenschaftlich zu entflammen. Kritik
USA 2017. Regie: David Lowery. Mit: Rooney Mara, Casey Affleck Start:
Irgendwo zwischen Weerasethakul und Andersen: In David Lowerys A Ghost Story verweilen die Einstellungen so lange, bis in ihnen Geister zum Leben erwachen. Kritik
Von überall tönt es #metoo: Yeşim Ustaoğlu führt in Clair Obscur das Schicksal zweier unterschiedlicher Frauen in der Türkei zusammen, möchte auf die Universalität weiblicher Erfahrung hinaus – und flüchtet doch vor der entscheidenden Frage. Kritik
F 2017. Regie: Robin Campillo. Mit: Nahuel Pérez Biscayart, Arnaud Valois Start:
Aktivismus und die Spielfilmform, das beißt sich schnell: Zweifellos will Robin Campillo Kino schaffen, nur wohin, weshalb er strebt, beantwortet sein Film BPM ständig unterschiedlich. Kritik
GB, F 2017. Regie: Paul King. Mit: Hugh Grant, Brendan Gleeson Start:
Es gibt Leute, die den Bären Paddington allen Ernstes ins Weltall schießen möchten. Sein famoses zweites Kinoabenteuer, in dessen Verlauf er unter anderem wegen schwerem Frisurenschaden im Gefängnis landet, zeigt: Wir sollten uns an dem gutmütigen Bär lieber ein Beispiel nehmen. Kritik
D 2017. Regie: Irene von Alberti. Mit: Timo Jacobs, Paula Knüpling Start:
Die Beute ist verteilt, der Kampf muss weitergehen: Irene von Alberti sucht den Funken der Revolution und versprüht ihn dabei selbst. Damit morgen morgen und nicht einfach nur wieder heute ist. Kritik
AUS 2015. Regie: Julian Rosefeldt. Mit: Cate Blanchett Start:
VoD: Jetzt auch als Zerstreuung: Julian Rosefeldts Filminstallation Manifesto kommt in einer linearen Fassung ins Kino und zeigt die Kunst des 20. Jahrhunderts als hitzige Debatte mit indiskretem Charme. Kritik
USA 2017. Regie: Kathryn Bigelow. Mit: John Krasinski, Kaitlyn Dever Start:
Warum Geschichte nicht als Actionfilm inszenieren? In Detroit versteht Kathryn Bigelow die Race Riots aus dem Jahr 1967 nicht als Geste schwarzer Selbstermächtigung – und setzt in ihrem Film doch auf die totale Mobilisierung, auch die des Zuschauers. Kritik
USA 2017. Regie: George Clooney. Mit: Matt Damon, Oscar Isaac Start:
Auf, auf, wir müssen zurück in die 1950er! Hinter Vorstadtfassaden gucken, Abgründe entdecken, uns vielleicht sogar ein bisschen Trump erklären lassen. Aber keine Angst, es wird ganz lustig mit Suburbicon, wir haben nämlich ein altes Drehbuch von den Coens im Gepäck … Kritik
Wer die Hüllen fallen lässt, lässt noch lange keine Konventionen fallen: Der österreichische Regisseur Lukas Valenta Rinner erkundet in Die Liebhaberin gesellschaftliche Nischen und fragt, wer eigentlich frei ist. Kritik
Wunsch, Wirklichkeit und die Anarchie dazwischen: Patti Cake$ bringt eine weiße Gangsta-Rapperin auf die Bühne und gefällt sich dabei ganz schön in seiner Indie-Smartness, spannt aber auch einen netten musikutopischen Horizont auf. Kritik
Ein Sturm über der Heide fegt die Bühnentragödie hinweg. In William Oldroyds Lady Macbeth geht es nicht um menschliche Konflikte und bewusste Entscheidungen, sondern um Naturkräfte und stumme Gesetze. Kritik
D 2017. Regie: Nicolas Wackerbarth. Mit: Andrea Sawatzki, Ursina Lardi Start:
VoD: Verharren im Halbgeformten. Casting erkundet das dauerhafte Aufschieben einer Entscheidung als letzte Quelle der Eigenständigkeit und Gestaltungsmacht, zieht sich dabei aber immer wieder in die eigene Ungreifbarkeit zurück. Kritik
USA 2017. Regie: Ben Safdie, Joshua Safdie. Mit: Jennifer Jason Leigh, Robert Pattinson Start:
Mubi: Hundemüde, aufgekratzt, reizbar – Robert Pattinson. Die Brüder Josh und Bennie Safdie haben einen sehr körperlichen New York-Film gedreht. Kritik