D 2020. Regie: Julia von Heinz. Mit: Mala Emde, Noah Saavedra Start:
Friedliches antifaschistisches Engagement reicht Luisa nicht: Und morgen die ganze Welt erzählt die Geschichte einer Radikalisierung. Die Revolution versetzt Heldin und Handkamera in Aufregung, doch zum Glück wissen die Boys, wie’s läuft. Kritik
CH, D 2020. Regie: Stéphanie Chuat, Véronique Reymond. Mit: Nina Hoss, Lars Eidinger Start:
Der Film betrauert Lars Eidingers todkranke Figur und schmeichelt dabei vor allem ihrem realen Vorbild. Doch sobald Schwesterlein sich auf die Titelfigur konzentriert, entwickelt er eine stille, drängende Intensität. Kritik
D 2020. Regie: Michael Venus. Mit: Gro Swantje Kohlhof, Sandra Hüller Start:
In Michael Venus’ Debütfilm verlieren sich Mutter und Tochter in gleich mehreren Alptraum-Schichten. Die unheimliche Heimatgroteske Schlaf funktioniert wie ein Jenga-Turm: schraubt sich in luftige Höhen, verliert das Fundament – und macht dennoch Hoffnung für die hiesige Genrefilmlandschaft. Kritik
D 2019. Regie: Georg Pelzer. Mit: Fabian Kloiber, Alissa Borchert Start:
Schöne neue Arbeitswelt. Georg Pelzer hält uns in seinem Spielfilmdebüt Fluten die bunte Spielzeug-Pumpgun des Startup-Regimes an die Schläfe und fragt: „Bist du faul? Oder bist du einer von uns?“ Kritik
RUS 2019. Regie: Kantemir Balagov. Mit: Konstantin Balakirev, Andrey Bykov Start:
VoD: Das Leben geht nicht weiter. Der russische Regisseur Kantemir Balagov erzählt die Geschichte zweier Rotarmistinnen nach Kriegsende. Selten sahen sich Zärtlichkeit und Zerstörung so ähnlich. Kritik
CHI 2019. Regie: Pablo Larraín. Mit: Santiago Cabrera, Mariana Di Girolamo Start:
Ema weiß nicht, ob sie Ehefrau und Mutter sein möchte, sehr wohl aber, dass sie tanzen will. Was in Pablo Larraíns Film dabei wirklich passiert und was bloße Metapher ist, müssen die Zuschauenden selbst abwägen. Kritik
AR, BR, F, NL, B, CH 2018. Regie: Benjamin Naishtat. Mit: Darío Grandinetti, Andrea Frigerio Start:
Wo sich niemand für das Verschwinden Unschuldiger interessiert, sind die Spielregeln des Thrillers außer Kraft gesetzt. Rojo ist eine Mitläufergeschichte aus Zeiten der herannahenden Diktatur. Kritik
AUS 2019. Regie: Shannon Murphy. Mit: Eliza Scanlen, Michelle Lotters Start:
VoD: Der Krebs als schöne Nachtgestalt. Regiedebütantin Shannon Murphy lässt in Milla Meets Moses einen todkranken Teenager das Leben mit maximaler Intensität feiern. Kritik
USA 2019. Regie: Todd Haynes. Mit: Anne Hathaway, Mark Ruffalo Start:
VoD: Todd Haynes’ Whistleblower-Drama über einen Anwalt, der einen der größten Umweltskandale der USA aufdeckte, übt sich in Zuspitzungsverzicht. Dafür kann man etwas lernen, ohne sich belehrt zu fühlen. Kritik
ROK 2020. Regie: Yeon Sang-ho. Mit: Gang Dong-won, Lee Jung-hyun Start:
Auf einem Friedhof namens Seoul soll eine Gruppe Exil-Koreaner im Auftrag eines US-Unternehmers Geld sammeln. Ihr Hauptproblem, mal wieder: Zombies. Peninsula setzt auf viele Tränen und Streicher, und steht vor allem unter dem Unstern unserer Pandemie. Kritik
USA 2020. Regie: Sofia Coppola. Mit: Bill Murray, Rashida Jones Start:
Laura (Rasheda Jones), mit Crackern, Kaviar und Vater (Bill Murray) bewaffnet, spioniert ihrem untreuen Ehemann hinterher und versucht ihren verschiedenen Rollen gerecht zu werden. Sinnbildlich knallt dafür in Sofia Coppolas On the Rocks ein Staubsaugerroboter immer wieder gegen die Wand. Kritik
USA, GB 2020. Regie: Eliza Hittman. Mit: Ryan Eggold, Théodore Pellerin Start:
Eliza Hittman erzählt die Geschichte einer Abtreibung als Variation auf den romantischen Teenage-New-York-Trip. In Niemals Selten Manchmal Immer geht es nicht um Entscheidungen oder Planung, sondern ganz allein um Durchführung. Kritik
D 2020. Regie: Oskar Roehler. Mit: Oliver Masucci, Götz Otto Start:
VoD: Ein zügelloser Mann, wie im Terrarium ausgestellt. Oskar Roehler macht die Klischees über sein Enfant Terrible zum ausschließlichen Inhalt einer grellen Farce und versteht Rainer Werner Fassbinder vor allem über seine hervorquellende Wampe. Kritik
D 2019. Regie: Katrin Gebbe. Mit: Nina Hoss, Yana Marinova Start:
In Pelikanblut spielt Nina Hoss eine Adoptivmutter, die sich einen dämonischen Systemsprenger ins Haus holt. Regisseurin Katrin Gebbe macht daraus einen Horrorfilm, der ohne eine kräftige Prise Exotismus wohl nicht funktionieren würde. Kritik
VoD: Als stolze Erben eines Weltraumprogramms aus dem Kalten Krieg versteht Space Dogs die Straßenhunde von Moskau und verleiht ihnen die Würde von Film-noir-Helden. Doch auch die spektakulärsten Tierbilder menscheln am Ende mehr, als ihnen lieb ist. Kritik
B 2019. Regie: Frederike Migom. Mit: Bebel Tshiani Baloji, Mo Bakker Start:
VoD: Wir verkuppeln unsere Eltern; ein bewährtes Motiv, doch Frederike Migoms Film Binti wagt dabei auch Neues. Zum einen politisiert er das Thema, zum anderen taucht er in die Bilderwelt der Generation Smartphone ein. Kritik
S, D, NO 2019. Regie: Roy Andersson. Mit: Bengt Bergius, Marie Burman Start:
Männlichkeit gehört ins Museum: Auch in Über die Unendlichkeit zeigt sich Roy Andersson als totalitärer Herrscher in selbst gebauten Miniaturuniversen. Wie seine Filme funktionieren und wovon sie erzählen, kommt sich dabei manchmal auf verwirrende Weise nahe. Kritik
D 2020. Regie: Melanie Waelde. Mit: Michelangelo Fortuzzi, Luna Baptiste Schaller Start:
VoD: In Melanie Waeldes Langfilmdebüt Nackte Tiere kämpft und küsst sich eine Gruppe Jugendlicher durch Plattenbauten und karge Landschaften. Die Zukunft ist kein Versprechen, sondern eine diffuse Bedrohung. Kritik
P 2019. Regie: Pedro Costa. Mit: Vitalina Varela, Ventura Start:
VoD: Ein Film, der von einem Verstorbenen erzählt, dessen physische Spuren längst verwischt wurden. Vitalina Varela ist eine Totenmesse, die Pedro Costas Ästhetik und Erzählfiguren konsequent fortsetzt. Kritik
CA 2018. Regie: Jennifer Baichwal, Edward Burtynsky .... Mit: Alicia Vikander Start:
Spektakuläre Aufnahmen eines neuen Erdzeitalters: In der Dokumentation Die Epoche des Menschen stehen die bombatischen Bilder manchmal im Widerspruch zur belehrenden Botschaft. Und manchmal gehen sie tiefer als alles, was erzählt wird. Kritik
IT, F 2017. Regie: Paolo Taviani. Mit: Luca Marinelli, Lorenzo Richelmy Start:
Dreiecksgeschichte im Partisanenkrieg des Jahres 1943: Der letzte Film der Brüder Taviani liefert uns dem zunehmenden Wahn seines getriebenen Protagonisten aus. Ein nachdenkliches Spätwerk, in dem der Faschismus als stetige, bleierne Bedrohung fühlbar wird. Kritik
F 2019. Regie: Stéphane Batut. Mit: Judith Chemla, Jacques Nolot Start:
In seinem Debütfilm um einen jungen Geist in Paris wandelt Stéphane Batut zwischen den Welten und sucht nach einer Brücke. Der flüssige Spiegel ist eine filmische Nahtoderfahrung, in der die Handkamera den Moment feiert und Totalen direkt ins Jenseits führen. Kritik
VoD: Weinstein in Taiwan. In seiner bislang ambitioniertesten Regiearbeit zeichnet Midi Z ein desillusionierendes Bild vom Filmbusiness. Nina Wus Weg vom Webcam-Girl zum Filmstar ist nur auf den ersten Blick ein sozialer Aufstieg. Kritik