Die Marvel-Maschinerie surrt in Thor – Tag der Entscheidung wohlvertraut vor sich hin und lässt sich von den Vorlieben der Regie – einem sprücheklopfenden Steinwesen etwa oder Jeff Goldblum – nicht groß stören. Aber was wären wir ohne die Verlässlichkeit der Maschinen? Kritik
F 2017. Regie: Etienne Comar. Mit: Reda Kateb, Cécile de France Start:
Ein Hören von heute, kein Ausdruck von damals: Etienne Comar interessiert sich in seiner Musikerbiografie weder für das Leben von Django Reinhardt noch für seine Musik. Kritik
Dreckige Naturromantik: Francis Lees God's Own Country lotet die Grenzen zwischen schönen, aber einsamen Landschaften und den sich in ihr aufhaltenden Körpern aus. Die Geschichte einer Transformation in Zeiten des Brexit. Kritik
Aisling Walsh erzählt die Geschichte der Folk-Art-Künstlerin Maud Lewis, die als Haushälterin eines Fischverkäufers unverhofften Ruhm erlangte. Was bescheiden in den 1930er Jahren spielt, riecht ziemlich stark nach heutigen Kreativarbeitsfantasien. Kritik
2017. Regie: Michael Glawogger, Monika Willi Start:
Auf der ersten Etappe seines weltumspannenden Dokumentarfilmprojekts ist Michael Glawogger gestorben. Monica Willi hat das gedrehte Material zu einem Film gemacht. In Untitled findet sich die Zuschauerin stets mittendrin, bei der Arbeit, bei den anderen, schlicht und einfach in der Welt. Kritik
Es war schon Film, ehe es dazu wurde: Im dritten Teil seiner Serie Streetscapes reinszeniert der Regisseur Heinz Emigholz seine eigene Psychoanalyse. Kritik
GB, F, B, USA 2017. Regie: Tommy Wirkola. Mit: Noomi Rapace, Marwan Kenzari Start:
Partial-Ichs gegen Kohärenzzwang. Nazizombie-Experte Tommy Wirkola schaut in die Zukunft und schickt Noomi Rapace gleich in siebenfacher Ausfertigung in den Kampf gegen einen totalitären Staat. Kritik
2017. Regie: Denis Villeneuve. Mit: Ryan Gosling, Jared Leto Start:
Die Suche nach Verhältnissen: Denis Villeneuves Sequel zu Ridley Scotts Science-Fiction-Klassiker schert sich nicht mehr um die Frage nach dem Menschen, aber um so mehr um die nach dem Menschlichen. Kritik
Rastlos in Kinshasa: Alain Gomis treibt seinen Film durch das kongolesische Hauptstadtchaos, zwingt ihn durch mehrere Häutungen und gönnt ihm am Ende unverhoffte Ruhe. Kritik
USA 2017. Regie: Andres Muschietti. Mit: Bill Skarsgård, Finn Wolfhard Start:
Wenn der mörderische Clown zur Nebensache wird: In Andy Muschiettis Es entfaltet sich das eigentliche Grauen in der nicht mehr kontrollierbaren Überforderung unserer Wahrnehmung. Kritik
D 2017. Regie: Tom Lass. Mit: Naomi Achternbusch, Tom Lass Start:
VoD: Vergesst Godard! Tom Lass erzählt eine bittersüße Liebesgeschichte mit dem nicht allzu hübschen Ferdi und der nicht allzu blinden Jona – und erweist sich dabei geradezu als Meister des Jump Cuts. Kritik
HU 2017. Regie: Ildikó Enyedi. Mit: Morcsányi Géza, Alexandra Borbély Start:
Dissonanzen im Empfinden. In seinen besten Momenten fragt Ildikó Enyedis Film, ob wir nicht uns viel eher von den Tieren aus denken müssten als die Tiere von uns aus. Kritik
Eine Story bleibt im Treibsand des Bilderbuchlebens stecken: Sabu konfrontiert einen Profikiller mit der Möglichkeit schlichten Glücks. Tun muss der Auftragsmörder dafür nichts. Kritik
Naomi Kawase lässt zwei Menschen aufeinandertreffen, deren Traumata sich ergänzen. Die eigentliche Liebesgeschichte beginnt aber erst, wenn der Film schon fast vorbei ist. Kritik
USA 2017. Regie: Steven Soderbergh. Mit: Katherine Waterston, Riley Keough Start:
Modus Bauernschlau: Steven Soderbergh kehrt nach ein paar Jahren Abstinenz auf die Kino-Leinwand zurück und macht mal wieder einen Überfallsfilm. In dessen Zentrum tummeln sich diesmal eher Provinzdeppen als kriminelle Masterminds. Kritik
USA, F, P 2016. Regie: Gabe Klinger. Mit: Anton Yelchin, Lucie Lucas Start:
Eine melancholische Postkarte aus Porto: Gabe Klinger macht eine kurze Liebesnacht zum Dreh- und Angelpunkt eines ganzen Films, den er in immer neuen Bildern, Fragmenten und Gesten inszeniert. Kritik
USA 2017. Regie: Darren Aronofsky. Mit: Jennifer Lawrence, Javier Bardem Start:
Darren Aronofskys neuer Film über die Heimsuchung einer kontrollsüchtigen Hausfrau beginnt als Kammerspiel-Horror über Verlustängte und mutiert dann zu einer wuchtigen Allegorie über Liebe, Schöpfung und Familie. Kritik
CHI, D, USA, E 2017. Regie: Sebastián Lelio. Mit: Daniela Vega, Francisco Reyes Start:
Nichts Neues in den Culture Wars: Sebastián Lelio verfolgt den Kampf einer transsexuellen Frau um Würde mit dem handelsüblichen filmischen Vokabular. Das kann nicht nur zu einem ästhetischen, sondern auch zu einem politischen Problem werden.Kritik
RUS, F, D 2016. Regie: Ivan I. Tverdovskiy. Mit: Aleksandr Gorchilin, Masha Tokareva Start:
Einer Zoo-Angestellten in der russischen Provinz wächst eines Tages ein Schwanz. Wie ein Großstädter, der einen kurzen Ausflug aufs Land macht, hat Ivan I. Tverdovskiys Film über die Eingeborenen gut Lachen. Kritik