D, USA 2016. Regie: Karin Steinberger, Marcus Vetter. Mit: Gail Ball, Daniel Brühl Start:
Für einen Doppelmord sitzt der Deutsche Jens Söring seit 1990 im US-Gefängnis. Ein filmisches Plädoyer bereitet nun die Indizien mit viel Gerichtssaal-Pathos auf. Für einen Freispruch ist den Regisseuren fast jedes Mittel recht. Kritik
„Sind wir nur die Geträumten?“ Ruth Beckermann lässt zwei Schauspieler den Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan vorlesen. Das genügt, um im Kopf des Zuschauers den Film einer unerfüllten Liebe entstehen zu lassen. Kritik
F 2016. Regie: Olivier Ducastel, Jacques Martineau. Mit: François Nambot, Geoffrey Couet Start:
Oliver Ducastel und Jacques Martineau eröffnen ihren neuen Film mit einer der vermutlich längsten Sexszenen der Filmgeschichte. Doch auch danach versucht das Regie-Duo mit seiner impulsiven Liebesgeschichte über zwei Fremde neue Wege zu beschreiten. Kritik
D 2016. Regie: Johannes Naber. Mit: Frederick Lau, Moritz Bleibtreu Start:
Nach seinem Kapitalismus-Kammerspiel Zeit der Kannibalen hat sich Johannes Naber der Verfilmung eines Hauffschen Märchens mitsamt Waldgeistern gewidmet. In die Nähe der derzeit heiß gehandelten Neuen Deutschen Fantastik rückt der Film allerdings nur auf den ersten Blick. Kritik
F, USA 2016. Regie: Pierre Bismuth. Mit: Robert Knepper, Milo Ventimiglia Start:
Der Fake hinter allen Dingen: Der bildende Künstler Pierre Bismuth feiert seine Hassliebe zur modernen Kunst in Form einer verfilmten Schnitzeljagd. Kritik
Die wahre Liebe nur als Farce: In der neuesten Auflage treibt Sharon Maguire den anti-romantischen Gestus der Bridget-Jones-Filme auf die Spitze. Kritik
D 2016. Regie: Mike Marzuk. Mit: Ruby O. Fee, Lisa Tomaschewsky Start:
Lektionen in Blödheit: Mike Mazurks Teenie-Komödie über eine Gummipuppe aus Fleisch und Blut verschiebt ihre kümmerlichen Klischees so lange, bis sie meint, alle endlich an ihren richtigen Platz gewälzt zu haben. Kritik
GB, USA 2016. Regie: Andrea Arnold. Mit: Sasha Lane, Shia LaBeouf Start:
Auf den Fluchtlinien Amerikas: Andrea Arnold hat ihren ersten Film in den USA gedreht und sich hemmungslos wummernden Trap-Beats und der Jugend des Mittleren Westens ausgeliefert. Kritik
Ein Vater, ein Sohn und ein Taxifahrer gehen auf Tour und blamieren sich oft. In Benoît Delépines und Gustave Kerverns Saint Amour droht die Sparwitzflamme zu erlöschen. Kritik
USA 2016. Regie: Dan Kwan, Daniel Scheinert. Mit: Paul Dano, Daniel Radcliffe Start:
Eine Leiche als Allzweckwerkzeug in einer modernen Robinson-Geschichte, die sich in ihrer eigenen Seltsamkeit am wohlsten fühlt. Über eine entzückende Reise – mit Rückenwind aus Daniel Radcliffes Darm. Kritik
USA 2016. Regie: Tim Burton. Mit: Eva Green, Samuel L. Jackson Start:
Eine Konserve voll Eskapismus: Tim Burton fühlt sich wohl in der Zeitschleife, in der die seltsamen Menschen seines Inselreichs glücklich gefangen sind. Ransom Riggs Romanvorlage zwingt ihn, sie zu verlassen. Kritik
CA 2015. Regie: Stephen Dunn. Mit: Connor Jessup, Aaron Abrams Start:
Stephen Dunns erster Langfilm jagt seinen Protagonisten aus einer kindlichen Fantasiewelt in die Untiefen der Adoleszenz. Einzige Ankerpunkte dort sind ein Baumhaus voller Erinnerungen und Fetischen – und eine sprechende Hamsterfrau. Kritik
VoD: Die tunesische Regisseurin Leyla Bouzid zeigt einen Umsturz ohne revolutionären Chic: Eine junge Frau liebt die Musik, die Menschen, sich selbst. Und scheitert daran. Kritik
MEX, F 2016. Regie: Emiliano Rocha Minter. Mit: María Cid, María Evoli Start:
Inzest, Nekrophilie und Sexszenen im Wärmebild-Look: Das ebenso skandalträchtige wie experimentelle Debüt des Mexikaners Emiliano Rocha Minter erinnert an die Filme Gaspar Noés. Und führt vor, wie limitiert die Filmsprache im alltäglichen Kinobetrieb sonst ist. Kritik
RO, F 2015. Regie: Corneliu Porumboiu. Mit: Radu Banzaru, Toma Cuzin Start:
Aus der Erde heben, was die Kommunisten nicht enteignen sollten: Der Schatz erzählt ein Märchen aus dem Herzen der Gegenwart Rumäniens, wo Menschen mit Kapitalismus und Individualismus hadern, aber ohne großes Zögern auf Schatzsuche gehen. Kritik
USA 2016. Regie: Andrew Stanton, Angus MacLane Start:
Dreizehn Jahre nach Findet Nemo schwimmen die verschrobenen Outcasts der Meereswelt wieder zwischen Pixar-Ästhetik und Disney-Wertvorstellungen herum. Kritik
D, F 2016. Regie: François Ozon. Mit: Paula Beer, Pierre Niney Start:
Vom Freud’schen Wiederholungszwang und der Notwendigkeit der Lüge. François Ozon wirft in seinem Lubitsch-Remake einen überraschend nüchternen Blick auf die Liebe. Kritik
Transnationale Tristesse: Der Schweizer Regisseur Jan Gassmann spannt eine Leinwand über den europäischen Kontinent, die er an seinen Rändern befestigt. Kritik
USA 2016. Regie: Brad Furman. Mit: Bryan Cranston, Leanne Best Start:
Jedem Ende wohnt ein Anfang inne – und jedem Anfang ein Ende? Brad Furmans Mafiafilm um einen von Bryan Cranston verkörperten Undercover-Agenten löst die dramaturgische Struktur in einer Logik der Sucht auf. Der große Pablo Escobar ist ausnahmsweise mal nur ein Gimmick. Kritik
USA 2016. Regie: Antoine Fuqua. Mit: Denzel Washington, Chris Pratt Start:
Wenn der Western zur Westfront wird: Antoine Fuqua zählt sieben Stars zusammen und schickt sie über die Weiden des wilden Westens, an deren Ende ein Fleischwolf wartet. Kritik
D 2016. Regie: Anne Zohra Berrached. Mit: Julia Jentsch, Bjarne Mädel Start:
Tabu or not Tabu? Zwischen Werbeoptik und Terrassentischblicken lässt 24 Wochen ganz wichtige Fragen offen und nimmt sich dabei nicht minder wichtig. Kritik
D 2016. Regie: Philip Scheffner, Colorado Velcu. Mit: Philip Scheffner Start:
Philip Scheffner und Colorado Velcu haben in ihrem gemeinsamen Film nach einem Weg gesucht, drei Roma-Familien ihr eigenes Leben träumen zu lassen – und ihn mithilfe von Digicams gefunden. Kritik
D, USA 2015. Regie: Oliver Stone. Mit: Joseph Gordon-Levitt, Shailene Woodley Start:
Tragische Romanze mit dem Vaterland: Oliver Stone will den untergetauchten Whistleblower Edward Snowden als waschechten Patrioten rehabilitieren. Dafür vertraut er ganz auf die Sprache der Liebe. Kritik
USA 2015. Regie: Rick Alverson. Mit: Gregg Turkington, Tye Sheridan Start:
In seinem neuen Film schickt Rick Alverson einen depressiven Stand-up-Comedian durch die kalifornische Wüste und lässt ihn geschmacklose Witze erzählen. Ein Lachen, das im Halse stecken bleiben könnte, gibt es hier erst gar nicht. Kritik
USA, F 2016. Regie: James DeMonaco. Mit: Elizabeth Mitchell, Frank Grillo Start:
Im dritten, bisher ambitioniertesten Teil von James DeMonacos Thriller-Reihe kämpft sich eine Präsidentschaftskandidatin durch eine blutige Nacht. Der US-Wahlkampf scheint sich dabei direkt auf der Leinwand fortzusetzen. Kritik
D 2016. Regie: Fatih Akin. Mit: Anand Batbileg, Tristan Göbel Start:
Vom Klassenzimmer in die Walachei und zurück. Versuch einer Erklärung, warum Fatih Akins Bestsellerverfilmung gelungen ist und trotzdem enttäuscht. Kritik
USA 2016. Regie: Fede Alvarez. Mit: Jane Levy, Dylan Minnette Start:
Sein schönes Evil-Dead-Remake hat es in Deutschland auf den Index geschafft. In seinem zweiten Langfilm hetzt Fede Alvarez nun einen Irak-Veteranen auf drei Systemverlierer – und legt in seinem Horror-Kammerspiel erstaunlich früh die Karten auf den Tisch. Kritik
Kippen, Champagner, Koks – und der Rest läuft fast von alleine. In ihrem ersten Leinwandabenteuer haben die moralisch verkommenen Heldinnen Eddie und Patsy vielleicht Kate Moss umgebracht. Stellt sich nur die Frage, ob die britische Erfolgsserie dabei im Gegensatz zu ihren Protagonistinnen in Würde altern kann. Kritik
USA, NZ 2016. Regie: Derek Cianfrance. Mit: Alicia Vikander, Michael Fassbender Start:
Pathos und Phantomschmerz: Derek Cianfrance setzt Michael Fassbender und Alicia Vikander auf einer Leuchtturminsel aus und reanimiert das tot geglaubte Genre des Liebesfilms. Kritik