VoD: In Diao Yinans Der See der wilden Gänse bildet die verworrene Gangstergeschichte nur den schmucklosen Rahmen für ein enthemmtes Spiel mit Farben, Formen und reiner visueller Wucht. Kritik
GB, USA 2020. Regie: Christopher Nolan. Mit: Aaron Taylor-Johnson, Robert Pattinson Start:
Protagonist, Antagonist, Auteur: Tenet schließt die Obsessionen von Weltzerstörer, Weltretter und dem kontrollwütigem Regisseur Christopher Nolan miteinander kurz. Währenddessen laufen Verfolgungsjagden rückwärts ab und die Erde droht vernichtet zu werden. Kritik
D 2020. Regie: Bettina Böhler. Mit: Udo Kier, Sophie Rois Start:
VoD: German Traumata privat. Bettina Böhler betreibt in Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien filmische Nachlassverwaltung und arbeitet sich an dem ab, was vom Künstler Christoph Schlingensief geblieben ist. Als Sidekick immer mit von der Partie ist Deutschland. Kritik
Der fortschreitende Wahn gibt den Takt vor. Visar Morinas Exil folgt einem Einwanderer aus dem Kosovo in die Untiefen eines Bürojobs und die Hölle in seinem Kopf, wo harmlose Gesten kaum von böswilligen Übergriffen zu unterscheiden sind. Kritik
D 2020. Regie: Ceylan Ataman-Checa. Mit: Ambar de la Horra, Finn Freyer Start:
MUBI: Triptychon einer Gesellschaft als Urteil. Sebastian springt über Geländer handelt von den Träumen eines Kindes und des Films – die einen sollten wahr werden können, die anderen werden es wohl nie. Kritik
USA 2020. Regie: Michael Almereyda. Mit: Eve Hewson, Ethan Hawke Start:
Historischer Streit der Google-Ergebnisse: Im besten Fall blickt Michael Almereydas neuer Film Tesla durch die Lupe der Vergangenheit kritisch auf die Gegenwart. Im schlimmsten Fall stellt er sich die Welt als gigantische Katze vor. Kritik
D 2020. Regie: Leonie Krippendorff. Mit: Jella Haase, Lena Klenke Start:
VoD: Noch einmal im glitzernden Einhornkostüm zur Party. Kokon hält die Flüchtigkeit eines Sommers an der Grenze zum Erwachsenwerden fest und feiert das Aufwachsen seiner Heldin als poetische Entdeckungsreise. Kritik
HU 1981. Regie: Marcell Jankovics. Mit: György Cserhalmi, Vera Pap Start:
Der Sohn der weißen Stute (1981) kommt zurück in die Kinos, mit der Kraft, Bäume auszureißen, und einem Schwert zwischen den Beinen. Marcell Jankovics’ Animationsfilm ist zugleich Schöpfungsgeschichte und psychedelisches Werden. Kritik
IT, F, BR, D 2019. Regie: Marco Bellocchio. Mit: Pierfrancesco Favino, Maria Fernanda Cândido Start:
VoD: Marco Bellocchio schildert in Il Traditore die reale Geschichte des wichtigsten Zeugens während der Mafia-Prozesse der 1980er und 90er Jahre und entwirft ein breites historisches Panorama – die größte Dramatik entfaltet dabei ein Schnurrbart. Kritik
D, DK 2019. Regie: Anna Sofie Hartmann. Mit: Lisa Loven Kongsli, Jakub Gierszal Start:
VoD: Was bleibt in ehemals bewohnten Räumen von einem Menschen, was verliert ein Mensch, der seinen Wohnort verlassen muss? Die dänische Regisseurin Anna Sofie Hartmann erkundet in Giraffe einen bevorstehenden Tunnelbau als gesellschaftlichen Umschlagplatz. Kritik
IT, F 2018. Regie: Roberto Minervini. Mit: Judy Hill, Dorothy Hill Start:
„A white guy who is learning about the struggle of black America.” Der Dokumentarist Roberto Minervini ist in einer Bar in New Orleans hängen geblieben und hat daraus einen Film gemacht. Herausgekommen ist politisches Kino im besten Sinne. Kritik
VoD: Justine Triets neuer Film handelt von einem Filmdreh als Gruppentherapie und ein paar Frauen jenseits des Nervenzusammenbruchs. Sibyl verlässt sich viel auf Tradiertes, lässt aber auch eine deutsche Regisseurin wutentbrannt vom Filmset ins Meer springen. Kritik
D 2020. Regie: Burhan Qurbani. Mit: Jella Haase, Albrecht Schuch Start:
Aus dem Knasti Franz Biberkopf wird der Geflüchtete Francis aus Bissau. Von dessen Versuchen, in der deutschen Gegenwart anzukommen, erzählt Berlin Alexanderplatz episch breit, stylish realistisch und mit klassischem Orchesterscore. Kritik
D, F 2020. Regie: Christian Petzold. Mit: Paula Beer, Franz Rogowski Start:
VoD: Liebe schlägt um in Eifersucht schlägt um in Verlust. Undine erzählt das als sprunghaftes Wechselspiel zwischen Realität und Märchen. In die klaffenden Lücken strömt viel Wasser, das auch das Stadtgebiet Berlins unterspült. Kritik
IT, D, MEX 2020. Regie: Abel Ferrara. Mit: Willem Dafoe, Dounia Sichov Start:
Siberia erteilt Willem Dafoe einen Heilsbefehl, und der schreitet fortan durch eisige Gebürge und sengend heiße Wüsten. Für Abel Ferrara ist Selbstfindung ein heroisches Unterfangen. Kritik