D 2019. Regie: Susanne Heinrich. Mit: Marie Rathscheck, Nicolai Borger Start:
VoD: Die Oberflächen, die wir uns hinhalten. Das melancholische Mädchen von Susanne Heinrich ist eine pastellfarbene Zustandsbeschreibung der Ohnmacht im Spätkapitalismus – und der Angst vor dem Alleinsein. Kritik
2018. Regie: Carlos Reygadas. Mit: Carlos Reygadas, Natalia López Start:
Mit einem raumgreifenden Beziehungsepos wagt sich Carlos Reygadas ins Innere seines Protagonisten. Unsere Zeit ist ein Exorzismus, aber die Innereien bleiben verschwommen. Kritik
USA 2019. Regie: Jim Jarmusch. Mit: Chloë Sevigny, Adam Driver Start:
In seiner angeborenen Reaktionsträgheit gleicht Jim Jarmuschs The Dead Don’t Die seinen Zombies – und ist immer dann am besten, wenn er am schematischsten ist. Kritik
HU 2018. Regie: László Nemes. Mit: Vlad Ivanov, Susanne Wuest Start:
Der Abgrund ist dunkel und das reicht: In seinem neuen Film Sunset setzt László Nemes der Gesellschaft Budapests kurz vor dem 1. Weltkrieg den Luxushut auf und ergötzt sich am langen Schatten seiner Krempe. Kritik
ROK 2018. Regie: Lee Chang-dong. Mit: Ah-in Yoo, Steven Yeun Start:
VoD: Große Brüche und ein großer Brand. Mit dem von Haruki Murakami inspirierten Burning schenkt Lee Chang-Dong dem Wettbewerb von Cannes einen beeindruckenden Mystery-Reigen mit dringender Gegenwartsanalyse – der gar nicht so leicht zu fassen ist. Kritik
VoD: Assayas tickt anders. In Zwischen den Zeilen schickt er Juliette Binoche, Guillaume Canet und Vincent Macaigne los, um die Buchkultur zu retten, oder die Liebe, falls das überhaupt einen Unterschied macht. Kritik
P, F, BR 2018. Regie: Gabriel Abrantes, Daniel Schmidt. Mit: Carla Maciel, Carloto Cotta Start:
Neu auf MUBI: Ein Film, so verrückt wie die Gegenwart. Fußballstar Diamantino soll für Portugal den Austritt aus der EU ermöglichen, doch er trägt zu viel Empathie in sich. Auf dem Fußballfeld sieht er gigantische Hündchen in rosa Wolken. Kritik
RO, D, F, BG, CZ 2018. Regie: Radu Jude. Mit: Ioana Iacob, Alex Bogdan Start:
VoD: Eine Frau plant eine radikale Theaterperformance über den Holocaust in Rumänien – und muss sich dabei mit einer Vielzahl an Hindernissen herumschlagen. Zwischen den unzähligen Erzählebenen von Radu Judes neuem Film balanciert sie dagegen elegant. Kritik
D, F, GB, PL, USA 2018. Regie: Claire Denis. Mit: Robert Pattinson, Juliette Binoche Start:
Claire Denis’ neuer Film spielt im Weltall, aber so wichtig ist das nicht. Juliette Binoche vollführt darin einen rituellen Tanz in der Hoffnung auf einen Orgasmus – eine Verausgabung, wie man sie im Kino nicht oft sieht. Kritik
VoD: Insel des Begehrens. Bertrand Mandico schickt in Die wilden Boys fünf Pubertierende als Resozialisierungsmaßnahme auf eine Schiffreise inklusive sexueller Selbstentdeckung und will Geschlechterrollen verflüssigen. Kritik
USA 2017. Regie: Bill Watterson. Mit: Meera Rohit Kumbhani, Nick Thune Start:
Bill Watterson lässt die Figuren seines von handwerklichem Do-It-Yourself-Geist durchdrungenen Regiedebüts in einen großen Pappkarton kriechen und nicht mehr rausfinden. Dave Made a Maze zeigt viel Herzblut und bleibt zugleich blutleer. Kritik
IRL 2018. Regie: Neil Jordan. Mit: Chloë Grace Moretz, Maika Monroe Start:
Totalitäre Mutterschaft: Der irische Regisseur Neil Jordan inszeniert in Greta den gewaltsamen Versuch einer Frau, sich das Leben einer anderen einzuverleiben. Kritik
Ö 2019. Regie: Marie Kreutzer. Mit: Valerie Pachner, Pia Hierzegger Start:
Der anstrengende Berufsalltag einer jungen Unternehmensberaterin bietet keinen Platz für ihre psychisch kranke Schwester. Der Boden unter ihren Füßen wird in Marie Kreutzers neuem Film dabei nur für kurze Zeit wacklig. Kritik
GB 2018. Regie: Richard Billingham. Mit: Richard Ashton, Michelle Bonnard Start:
VoD: Vergilbte Tapeten, krabbelnde Kakerlaken und selbstgebrannter Fusel. In Ray & Liz macht der Fotograf Richard Billingham die elterliche Wohnung in Birmingham mit exzessivem Detailreichtum sinnlich erfahrbar. Kritik
2018. Regie: Henrika Kull. Mit: Susanna Abdulmajid, Malik Blumenthal Start:
Die Freiheit des anderen als Grenze der eigenen: Die deutsche Regisseurin Henrika Kull erzählt die Liebesgeschichte zwischen einem inhaftierten Mann und einer freien Frau als ewigen Cliffhanger. Kritik
VoD: Ein Ehepaar kämpft inmitten von hoffnungsloser Korruption um Gerechtigkeit. Der neue Film des einst inhaftierten iranischen Regisseurs Mohammad Rasoulof ist ein Frontalangriff gegen das System. Kritik
Das Bekannte erlernen: Nicolas Philiberts neuer Dokumentarfilm über eine Azubi-Klasse fügt der Krankenhaus-Welt eine ungewohnte Ikonographie hinzu. Was die Überschriften der drei Akte von Zu jeder Zeit versprechen, können die Bilder zum Glück gar nicht einlösen. Kritik
Zombies auf dem Zombiefilmset und herumliegende Reflexionen: Shinichiro Uedas Debütfilm One Cut of the Dead ist nicht nur Mediensatire, sondern vor allem ein Wohlfühlfilm mit viel Blut und Erbrochenem. Kritik