Jede Berührung ein nicht einzuhaltendes Versprechen. Luca Guadagnino lehrt seinen jugendlichen Protagonisten, dass das Leben aus nichts als Teasern besteht. Kritik
USA, GB 2018. Regie: Alex Garland. Mit: Natalie Portman, Jennifer Jason Leigh Start:
Wenn alles einfach wild mutierte: Alex Garland schickt eine Gruppe von fünf Frauen in höchstes Gefahrengebiet, um statt dem Weltschmerz einen Weltkrebs zu bekämpfen oder wenigstens eins mit ihm zu werden. Auslöschung ist ein utopischer Albtraum auf Zellebene. Kritik
USA 2017. Regie: Steven Spielberg. Mit: Alison Brie, Tom Hanks Start:
Eine Sternstunde des Journalismus als seelischer Überlebenskampf: Steven Spielberg kämpft in Die Verlegerin mit der tiefen Verunsicherung des journalistischen Standes – und ruft aus lauter Verzweiflung am Ende nach den Founding Fathers. Kritik
D 2017. Regie: Roland Reber. Mit: Ursula Berlinghof, Iris Boss Start:
Fi(c)ktionen vor Schwarz-Rot-Gold: Eine Vloggerin auf Deutschlandreise verteilt Blowjobs an fremde Männer und führt Interviews mit frustrierten Frauen. Der Geschmack von Leben versteht sich als anti-bürgerliche Ode an die Freiheit, kommt aber ziemlich reaktionär daher. Kritik
USA 2018. Regie: Tim Mielants, Edward Berger .... Mit: Jared Harris, Tobias Menzies Start:
Kälte, die die Haut vom Fleisch zieht: Die Serie The Terror folgt der Franklin-Expedition in die arktische Nacht, wo die Hybris der britischen Admiralität mit dem eisigen Hammer des Horrorgenres zerschlagen wird. Kritik
USA 2017. Regie: Guillermo del Toro. Mit: Michael Shannon, Michael Stuhlbarg Start:
Kalter Krieg mit Zuckerkruste: In The Shape of Water erzählt Guillermo del Toro von der Liebe zwischen einer stummen Putzkraft und einer Sumpfkreatur. Dabei öffnet er nicht nur eine Tür ins Reich der Fantasie, sondern zeigt auch, warum es diese Tür geben muss. Kritik
GB, USA, CA 2017. Regie: Taylor Sheridan. Mit: Elizabeth Olsen, Jeremy Renner Start:
Rhapsodie in Weiß: Rauchendes Mündungsfeuer im Schnee oder die Todessehnsucht des unsichtbaren jagenden Mannes. Taylor Sheridans Wind River ist The Searchers reloaded unter verkehrten Vorzeichen. Kritik
Wie kann man an einen Gott glauben, der so viel Leid zulässt? In seiner in Venedig mit dem Hauptpreis prämierten Tolstoi-Adaption lässt Lav Diaz seine Heldin an die Grenzen ihrer Barmherzigkeit kommen. Kritik
USA 2017. Regie: James Franco. Mit: Alison Brie, James Franco Start:
„Haha! What a story, Mark!“ – James Francos The Disaster Artist über den „schlechtesten Film aller Zeiten“ will selbst gar kein eigenständiger Film sein. Aber der Mond ist ja auch ganz schön, obwohl er nicht aus eigener Kraft leuchtet. Kritik
D, Ö 2017. Regie: Barbara Albert. Mit: Thomas Anton, Attila Beke Start:
Die Last des Sehens und die Freiheit des Nicht-Sehen-Müssens – Barbara Alberts Licht blickt ins Antlitz der blinden Pianistin Maria Paradis. Was sie alles am eigenen Leib über gesellschaftliche Zwänge erfährt, hebelt der Film dabei immer wieder aus. Kritik
USA 2017. Regie: Paul Thomas Anderson. Mit: Daniel Day-Lewis, Lesley Manville Start:
Vielleicht war’s das, vielleicht verbirgt sich noch etwas dahinter. Paul Thomas Anderson erzählt in Der seidene Faden, wie eine Frau mit Taktik und ein Mann mit Ödipus-Komplex zueinander finden. Kritik
USA, GB 2017. Regie: Martin McDonagh. Mit: Caleb Landry Jones, Woody Harrelson Start:
Relevanz durch Ignoranz: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri will mehr sein als nur ein Kultfilm. Seine sieben Oscar-Nominierungen sagen aber vielleicht mehr über das gegenwärtige Hollywood aus als der Film selbst über den state of the nation. Kritik
D 2017. Regie: Özgür Yildirim. Mit: Moritz Bleibtreu, Birgit Minichmayr Start:
Viele Gangster gegen eine Frau. Özgür Yildirim hat sich ins Zeug gelegt, nicht nur die Geschichte von strauchelnden Männern zu erzählen. Und wenn Birgit Minichmayr im Bild ist, hat Moritz Bleibtreu ohnehin keine Chance. Kritik
ROK 2017. Regie: Hong Sang-soo. Mit: Seo Young-hwa, Jeong Jae-yeong Start:
Neu auf MUBI: Location Scouting mit Liebe. Hong Sang-soo folgt einer hungrigen Schauspielerin nach Hamburg und an die koreanische Ostküste. Zwischendurch wird sie einfach geklaut – und kommt im Kino wieder zu sich. Kritik
USA 2017. Regie: Eliza Hittman. Mit: Harris Dickinson, Toni D'Antonio Start:
Nach ihrem tollen Debütfilm It Felt Like Love erhält sich Eliza Hittman ihren intimen Blick auf männliche Körper, verschiebt ihr Interesse aber auf ein Begehren, das sich verstecken muss. Das hat dramat(urg)ische Folgen für ihr Kino des Unsouveränen. Kritik
D, USA, CH 2017. Regie: Rolf Peter Kahl. Mit: Deborah Kara Unger, Rolf Peter Kahl Start:
RP Kahls A Thought of Ecstasy zeigt wie Hitchcocks Vertigo einen Mann, der Opfer seiner Wünsche und seiner Lust wird, und lotet in einem assoziativen Fluss die Potenziale seiner Begierde aus – mit einer gewissen Freude am Flutschigen und Drastischen. Kritik
USA 2017. Regie: Alexander Payne. Mit: Brigette Lundy-Paine, Kristen Wiig Start:
Klein, aber egal: Alexander Payne interessiert sich für die Prämisse seiner Schrumpf-Utopie Downsizing gar nicht so richtig. Umso besser für uns. Kritik
F 2017. Regie: François Ozon. Mit: Jacqueline Bisset, Marine Vacth Start:
Das Auge und die Vagina: François Ozon glaubt an die Kunst der Penetration und die Wahrheit der visuellen Wahrnehmung. Seine Lust aber richtet sich auf etwas Drittes. Kritik
USA 2017. Regie: Trey Edward Shults. Mit: Joel Edgerton, Kelvin Harrison Jr. Start:
Ein Zombiefilm fast ohne Zombies. Das post-apokalyptische Kammerspiel It Comes at Night von Trey Edward Shults gehört zu den wichtigsten Werken einer neuen Welle anspruchsvoller US-amerikanischer Indie-Horrorfilme. Kritik
USA 2017. Regie: Woody Allen. Mit: Kate Winslet, Juno Temple Start:
Im farbenfroh auf die Leinwand gemalten Vergnügungspark von Coney Island jongliert Woody Allen in Wonder Wheel sehr gemächlich und genügsam mit vertrauten Versatzstücken seines Werkes. Der Sohn der Hauptfigur will alles in Brand stecken. Kritik
MEX, D, DK, F, NO 2016. Regie: Amat Escalante. Mit: Kenny Johnston, Ruth Ramos Start:
VoD: Wo Arthouse war, soll Es werden. Amat Escalante platziert in The Untamed ein paar riesige Tentakel in einem Wald und lässt sie Menschen befriedigen. Kritik
Zwei Teenager tauschen Körper, Geschlecht und Identität und träumen das Leben des anderen. Bis ein Komet einschlägt und den Traum beendet. Doch im Kosmos von Your Name kann schon ein Haarband zwei getrennte Universen wieder verbinden. Kritik
Das sachte Plätschern des Unausweichlichen. Die Spurinszeniert die Auflehnung gegen eine feudale Jagdgesellschaft als Sonntagskrimi ohne Ungewissheiten und Geheimnisse. Kritik