Kino in der Schule - das Missverständnis

Gerade erreicht uns eine Pressemitteilung über den Erfolg der Vision Kino mit ihren SchulKinoWochen. Es haben sich demnach erneut eine Vielzahl an Schulklassen für das Programm angemeldet. Dass Rekorde zum Anlass für Pressemitteilungen dienen oder umgekehrt Rekorde für Pressemitteilungen gesucht werden, sei dahingestellt. Das Missverständnis liegt darin, dass der Erfolg bereits darin bestehe „Lehrkräfte für den Einsatz des Mediums Film im Unterricht zu begeistern“. Untermauert wird dies noch durch die Betreiber mit dem Zuspruch für die Filme vincent will meer und Der kleine Nick. Was über das Medium Kino anhand dieser geschmeidigen Filme ohne Potenzial zur Irritation vermittelt werden soll, entzieht sich allerdings einer filmpädagogischen Logik. Auch der Themenschwerpunkt „Forschung für unsere Gesundheit“ spricht Bände darüber, welches Verständnis von Kino hier propagiert wird, nämlich jenes einer Illustration von Stoffen. Welche Bedeutung in diesem Kontext der in Deutschland sträflich vernachlässigten Film- und Medienbildung eingeräumt wird, etwa in den organisierten Gesprächen mit Regisseuren, Schauspielern und Referenten, bleibt fraglich.

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