FilmPolska 2016
Bis Ende des Monats wird in einigen Berliner Kinos wieder Polnisch gesprochen. Während sich das Hauptprogramm des Festivals FilmPolska der Gegenwart widmet, zeigt das Zeughauskino eine Retrospektive mit Filmen von Jerzy Skolimowski.

Bereits zum elften Mal stellt das Berliner Festival FilmPolska vom 20. bis zum 27. April einen Querschnitt des aktuellen polnischen Kinos vor. Das umfangreiche Programm wird dabei verstreut über mehrere Kinos gezeigt, in diesem Jahr auch das erste Mal im Cinestar in Frankfurt (Oder). Unter den neuen Produktionen kann man vor allem viele Festivalfilme nachholen – etwa United States of Love, der gerade noch einen Nebel postsozialistischer Tristesse über den Berlinale-Wettbewerb legte, Magnus von Horns düsteren Debütfilm Der Eindringling, der letztes Jahr bei der Quinzaine des réalisateurs in Cannes seine Premiere feierte, sowie den gewohnt atemlosen und extravaganten Cosmos, mit dem sich der im Februar verstorbene Andrzej Zulawski fulminant vom Kino verabschiedete.

Besonderes Augenmerk verdient auch wieder die Retrospektive, die in diesem Jahr Jerzy Skolimowski gewidmet ist. Der polnische Regisseur wandte sich schon früh von seinem Heimatland ab, um im Ausland mit anderen kinematografischen Weltbürgern wie Jean-Pierre Léaud, Klaus Maria Brandauer und John Hurt meist etwas verschrobene Filme zu drehen. Eine seiner schönsten Regiearbeiten ist Deep End, den er 1970 vor der schon etwas schäbig gewordenen Jugendstil-Kulisse des Müller’schen Volksbads in München inszenierte. Die Handlung dreht sich um den 15-jährigen Mike, der von seiner älteren Kollegin immer wieder sexuell geködert wird, aber doch nie zum Schuss kommt. Es dauert nicht lange, da muss sie lernen, dass man mit der brennenden Leidenschaft eines verliebten Jungen keinen Schabernack treibt.
Während der Großteil des Programms leider nur digital gezeigt wird, stehen auch einige Vorführungen auf 35mm an. Besonders ans Herz zu legen ist der im besten Sinne seltsame Horrorfilm The Shout (1978), der von einem mysteriösen Fremden erzählt, dessen Schreie töten können.
Das vollständige Programm des Festivals findet man hier
Zur Seite des Zeughauskinos geht hier




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