Filmfest Hamburg 2013

Jafar Panahi kuratiert aus der Ferne eine Retrospektive des iranischen Films, im Hauptprogramm tummeln sich Filme aus Cannes und Venedig, aber auch Highlights kleinerer Festivals. Heute beginnt das Filmfest Hamburg.

Manuscripts Don t Burn 01

In seiner mittlerweile 21. Ausgabe findet seit heute das Filmfest Hamburg statt. Insgesamt 147 Film- und Fernsehproduktionen werden bis zum 5. Oktober in vielen verschiedenen Kinos der norddeutschen Metropole zu sehen sein. Dabei wartet das Festival erneut mit einer Vielfalt an unterschiedlichen Sektionen auf. Ein besonderer Höhepunkt ist in diesem Jahr die Retrospektive Iran Deluxe, die vom in seinem Heimatland noch immer zu einer sechsjährigen Haftstrafe und einem zwanzigjährigen Berufsverbot veruteilten Regisseur Jafar Panahi (Closed Curtain) kuratiert wurde. Abgesehen von der Retrospektive läuft in Hamburg auch das neue Werk des ebenfalls mehrmals verhafteten Filmemachers und Regimekritikers Mohammad Rasoulof: Manuscripts Don’t Burn musste sogar heimlich gedreht werden. Neben dem internationalen Hauptprogramm Agenda, der Umwelt-Reihe Drei Farben Grün und der Sektion WORT!, die sich mit dem Verhältnis vom Film zu anderen Kunstformen auseinandersetzt, folgen die anderen Sektionen einer Einteilung des Weltkinos nach Regionen und Sprachen.

Einige der in Hamburg erstmals in Deutschland gezeigten Filmen haben wir auf diesen Seiten bereits ausführlich besprochen. Darunter sind die in Cannes gefeierten neuen Filme von den Coen-Brüdern (Inside Llewyn Davis), Jim Jarmusch (Only Lovers Left Alive) und François Ozon (Jung & schön), die innerhalb der nächsten Monate regulär in die deutschen Kinos kommen, aber auch die erst kürzlich in Venedig präsentierten Werke von Kim Ki-duk (Moebius) und Tsai Ming Liang (Stray Dogs). Zudem wird der kanadische Regisseur Atom Egoyan persönlich in Hamburg vor Ort sein, um seinen neuen Film Devil’s Knot vorzustellen. Daneben lässt die breite Palette an Filmen reichlich Platz für Entdeckungen. Der seit Jahren auf Festivals herausragende philippinische Experimentalfilmer Raya Martin ist mit seinem neuen Werk mit dem vielversprechenden Titel How to Disappear Completely vertreten, die argentinische Stummfilm-Hommage P3ND3JO5 sorgte beim Filmfest von Buenos Aires für Furore, und ein ukrainischer Dokumentarfilm widmet sich dem großen sowjetischen Kinorebellen Paradjanov.

Der jährlich an eine herausragende Persönlichkeit der Filmkultur vergebene Douglas-Sirk-Preis geht in diesem Jahr an die Schauspielerin Tilda Swinton.

critic.de wird das Filmfest Hamburg ab Montag vor Ort begleiten.

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