Berlinale 2011: Bin ich im falschen Film?
Als die Cubix-Mitarbeiterin mir freundlich und bestimmt eine 3-D-Brille in die Hand drückt, glaube ich schon im Besucheransturm die falsche Abzweigung genommen zu haben. Ist mir der Hinweis im Online-Programm entgangen?
So oder so, The Mortician geht nur mit Brille auf Brille. In der vierten Reihe kann einen das fertig machen.
Eigentlich kenne ich 3D nur von Animationsfilmen und Blockbustern, gefallen hat es mir noch nie. Aber solche Unschärfen wie bei The Mortician sind mir neu (liegt das am geringen Abstand zur Leinwand?). Warum der Film in 3D gedreht wurde, wird mir ein noch größeres Rätsel bleiben als bei allen anderen, die ich bislang gesehen habe.
Eine Weile lang scheint es, als handele es sich um einen Noir-Comic, pulpig eben, nicht wirklich post-apokalyptisch, aber gekracht hat es schon gewaltig. Gangkriminalität und so. Zumindest in der Großstadt. All das behauptet der Film, wir müssen es glauben, denn zu sehen bekommen wir nur die immerselben dreieinhalb Bildausschnitte und Figuren. Die Gang, das sind Gesichtslose mit einem Leader. Mit dem muss der Protagonist früher oder später konfrontiert werden (beim Showdown gibt es dann aber eine fast schon nette Überraschung).
Nach vielen schwindelerregenden Nah- und Detailaufnahmen vom blutigen Job des Titelhelden und seinen Arbeitswerkzeugen erzählt der Film aber schon bald konventioneller als der sonntägliche Tatort.
Die Handlung ist schlicht unterkomplex, formal ist den Machern außer 3D auch nichts eingefallen.
Schade drum, vor allem weil wegen des verzögerten Beginns mein Anschlussfilm für mich nicht stattfand. Und der soll definitiv zweidimensional gewesen sein.




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