Afrikamera 2025
Vom 11. bis 16. November präsentiert das Berliner Filmfestival wieder aktuelle afrikanische Produktionen, die man sonst kaum zu sehen bekommt. Dieses Jahr liegt der Schwerpunkt auf Filmemacherinnen, die mit den Mitteln des Kinos für bessere Lebensbedingungen kämpfen.

Vom 11. bis 16. November präsentiert Afrikamera wieder eine Auswahl (fast) neuer Produktionen aus dem, zumindest im Westen, filmisch nach wie vor recht unerschlossenen Kontinent. Unter dem Schlagwort „Change“ präsentiert das Festival mehrere Filme von Regisseurinnen, die von gesellschaftlicher Benachteiligung und ungleichen Machtverhältnissen erzählen. Zur Eröffnung läuft etwa Promised Sky, der von drei Migrantinnen aus Côte d'Ivoire handelt, die gemeinsam in einer WG in Tunis wohnen und mit alltäglicher Diskrimierung und persönlichen Krisen ringen. Von der Regisseurin Erige Sehiri stammt auch der vielbeachtete Under the Fig Trees, der vor einigen Jahren in der Quinzaine des Réalisateurs lief.

Auch in diesem Jahr zeigt das Festival wieder ein Best-of afrikanischer Filme, die auf den großen internationalen Festivals in Cannes, Toronto, Sundance und Berlin zu sehen waren. Zum Beispiel Ancestral Visions of the Future, in dem sich Regisseur Lemohang Jeremiah Moses mit einer fragmentarischen, an mündlichen Traditionen geschulten Erzählweise der eigenen Jugend in Lesotho sowie seiner späteren Exilerfahrung widmet. In All the Colours of the World are Between Black and White von Babatunde Apalowo geht es um einen Lieferfahrer, der im Rahmen eines Fotowettbewerbs einen Mann kennenlernt, der mehr als ein Freund sein könnte, was die beiden jedoch in Nigeria, wo Homosexualität unter Strafe steht, vor besondere Herausforderungen stellt. Rungano Nyonis On Becoming a Guinea Fowl enthüllt während einer Beerdigungszeremonie Familiengeheimnisse im matriarchal geprägten Sambia.

Neben solchen europäisch mitfinanzierten Filmen präsentiert Afrikamera auch wieder nationale Produktionen mit regionalen Themen. Mikoko aus Togo erzählt von einer Markthändlerin, die zur Aktivistin wird, als ihr Mann, der zudem Bürgermeister ist, den Markt abreißen lassen will, um ein Einkauszentrum zu bauen. Der senegalesische Kino-Hit Une Si Longue Lettre ist eine Adaption von Mariama Bâs 1979er Roman „Ein so langer Brief“ und handelt von einer Lehrerin, deren Mann überraschend eine Freundin ihrer Tochter zur Zweitfrau nimmt.
Darüber hinaus gibt es Kurzfilmprogramme, eine Diskussion über Strategien für Filmemacherinnen und ein Konzert der Band Afrotronix aus dem Tschad. Das Festival findet dieses Jahr im City Kino Wedding, Sinema Transtopia, fsk, Brotfabrik Kino und im Haus der Kulturen der Welt statt. Zum vollständigen Programm geht es hier.














Kommentare zu „Afrikamera 2025“
Es gibt bisher noch keine Kommentare.