Abel Ferrara nimmt Ehrenleopard entgegen und spielt und spielt ...

 

Wenn Ferrara über das Filmemachen spricht, dann verwendet er stets die Wir-Form. Beim Empfang des Ehrenleoparden gestern Abend unter strömendem Regen auf der Piazza Granda in Locarno betonte er, dass „unser Ziel“ es sei, den Ehrenleoparden zwei Mal zu gewinnen. Dass es für ihn, der oft als Kultregisseur bezeichnet wird, noch nicht zu Ende ist mit dem kollektiven Prozess des Filmemachens, bewies er mit einem Ausschnitt aus seinem neuesten Film 4:44 Last Day on Earth, der derzeit noch geschnitten wird und im September in Venedig Weltpremiere feiern wird. Zu sehen darin waren zerrüttete Familienbeziehungen, moderne Technik, und ein Tränenausbruch Willem Dafoes kurz vor der Apokalypse.

Anschließend gab Ferrara ein kleines Konzert, wovon das Foto unten zeugt. Seine Begeisterung – aber ebenso die der Festivalmacher und -besucher, die dem Regen trotzten – wirkte ansteckend. Als nach dem dritten Song die Mikros leise gestellt wurden und die Moderatorin auf ihn zukam, um ihn zu unterbrechen, spielte Ferrara einfach weiter. So lange, bis der Ton wieder aufgedreht wurde. Es sind diese kleinen Momente des Ungeplanten, des Widerborstigen, die dem Festival etwas Lebendiges geben und die Lust wecken, Ferraras Werk wieder zu entdecken. Anlässlich seiner Ehrung haben wir uns mit dem Regisseur von King of New York (1990) und Bad Lieutenant (1992) kurz unterhalten. Das Video folgt nach dem Festival.

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