The War Zone

Ein einziges Mal übernahm der britische Ausnahmedarsteller Tim Roth bislang die Inszenierung eines Films. Seit The War Zone hoffen Cineasten auf einen zweiten Streich.

Wer körperliche Affizierungsstrategien des Kinos untersuchen möchte, kommt an The War Zone nicht vorbei. Tim Roths Regiedebüt schmerzt physisch. Auch mental beansprucht er den Zuschauer mit seinem schonungslosen inzestuösen Vergewaltigungsdrama. Getragen wird dieses Kammerspiel von der grandiosen Tilda Swinton und einem überragenden Ray Winstone. (sk)

Sendetermine

, 3Sat

Kommentare zu „The War Zone“


Marco

Ein sehr toller und vor allem mutiger Film.
Das Thema ist zeitlos, immer brandaktuell und (verschleiernderweise) tabubehaftet zugleich.
Anstatt Millionen für die "Bekämfung" weicher Drogen auszugeben, sollte der Staat sich mal Gedanken machen über eine frühzeitgige Aufklärung und Ächtung von Inzest.
Denn die Opfer müssen ihr ganzes Leben damit verbringen, auf ihre Art und Weise damit fertig zu werden.


Martin Z.

Dass Tim Roth ein toller Schauspieler ist, wissen wir seit langem. Aber dass ihm mit seiner ersten Regiearbeit gleich so ein beeindruckender Film gelingt, überrascht schon. Mit vorwiegend in schwarz und blau gehaltenen Bildern erzählt er von Kindesmissbrauch in der Familie, von einem krankhaft perversen Vater und der zunächst verstörten Hilflosigkeit der Kinder. Und er erzählt schockierend direkt. Mit subtilem Gespür für das Unglaubliche lässt er uns in die Abgründe menschlicher Abartigkeiten blicken. Insofern ist der Originaltitel noch geschmeichelt. Es ist eigentlich schlimmer als die schlimmste Hölle was wir da sehen müssen.
Einer der Schlüssel zu diesem Drama ist am Schluss die Frage des Bruders an die Schwester:“Und was machen wir jetzt?“ Dies verleiht dem Film eine höchst brisante gesellschaftliche Relevanz. Denn letztendlich gibt es auch unter Fachleuten keine einhellige Meinung, wie man dem Problem beikommen kann. Leider.
Ein Muss, wenn man es sich zutraut.






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