Terrorismus im deutschen Autorenfilm

Die ARD zeigt morgen Abend zwei Schlüsselwerke des ehemaligen Filmemacherpaares Volker Schlöndorff und Margarethe von Trotta, die sich mit dem deutschen Terrorismus-Phänomen der siebziger Jahre beschäftigen. Die verlorene Ehre der Katharina Blum (1975) zeichnet anhand der gleichnamigen Böll-Vorlage das Schicksal einer apolitischen Haushälterin nach, die durch die Liebesaffäre mit einem vermeintlichen Terroristen in das Fadenkreuz der Polizei und der Springerpresse gerät. Wurde der Film noch von beiden Regisseuren inszeniert und bemühte sich aus der zeitgenössischen Perspektive um eine Aufarbeitung der Hetzjagd auf angebliche RAF-Sympathisanten im öffentlichen Leben, beleuchtet von Trotta in Die bleierne Zeit (1981) aus der Retrospektive und diesmal im Alleingang den Werdegang zweier Schwestern, die in der Nachkriegszeit und in den sechziger Jahren auf unterschiedliche Weise politisiert wurden: Die eine fühlt sich der Frauenbewegung verpflichtet, die andere wendet sich dem Terrorismus zu. Der Film entstand frei nach dem Leben von Gudrun und Christiane Ensslin und operiert auf eindringliche Weise mit dem alten 68-er Paradigma, nach dem das Private das Politische ist.

  (kst)

Seite drucken

Foto: © ARD Degeto

Sendetermine

, ARD

, ARD

Kommentare zu „Terrorismus im deutschen Autorenfilm“

Es gibt bisher noch keine Kommentare.






Kommentare der Nutzer geben nur deren Meinung wieder. Durch das Schreiben eines Kommentars stimmen sie unseren Regeln zu.