Rainer Werner Fassbinder

Zum 25. Todestag des großen Regisseurs läuft diese Woche nach Die bitteren Tränen der Petra von Kant (s. unten) noch ein weiterer Film von Fassbinder im Fernsehen. In den letzten Jahren vor seinem Tod wandte er sich vermehrt innerdeutschen Werdegängen zu, und so ist auch Lili Marleen (1981, s. Bild) an wahre historische Begebenheiten angelegt, nämlich an das Leben der Lale Andersen, die im Dritten Reich als Sängerin Karriere machte. Es ist aber nicht nur deren Biographie, die ihn interessiert und die er mit Hilfe der Schauspielerin Hanna Schygulla illustriert und lose nacherzählt, sondern vielmehr die Geschichte ihres berühmten Liedes, ‚Lili Marleen’. Allseits beliebt nicht nur bei Soldaten, wird es von Fassbinder auch im Hintergrund einiger Folterszenen im Film benutzt, auf eine Weise, die vielleicht nur auf den ersten Blick kontrasterzeugend wirkt.<p/>
Ein Lied spielt auch eine große Rolle in François Ozons Tropfen auf heiße Steine (Gouttes d’eau sur pierres brûlantes, 2000), mit dem der Franzose ein Theaterstück von Fassbinder adaptiert. ‚Träume’, von Françoise Hardy damals auf Deutsch eingesungen, ist nicht nur die musikalische Versinnbildlichung der Gefühlswelt des Protagonisten, sondern verleiht dem Film auch ein Element von dem Camp, den Ozon auch schon generell mit einer Überzeichnung der dargestellten Machtkämpfe dem Geiste Fassbinders treu herausarbeitet. (kst)
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