Nue propriété

Kühl und dennoch verwundbar gibt Isabelle Huppert in Nue Propriété eine Mutter, die auf den Widerstand und die Verzweiflung ihrer erwachsenen Söhne stößt, als sie sich entschließt, das gemeinsam bewohnte Kindheitshaus zu verkaufen, um mit ihrem Liebhaber ein neues Leben zu beginnen.

Nue propriété

Natürlich liegt das Motiv intensiver Mutter-Kind-Beziehungen bereits tief verankert in der Filmografie der Huppert. Man erinnere sich an ihre Verkörperung der gequälten Erika Kohut, die in Michael Hanekes Die Klavierspielerin (La Pianiste, 2001) noch im fortgeschrittenen Alter das Bett mit der Mutter teilt. Oder gar an das inzestuöse Verhältnis, das sie in Meine Mutter (Ma mère, 2004) von Christophe Honoré zu ihrem Sohn aufbaut. Regisseur Joachim Lafosse schreckt nicht davor zurück, sich der imaginären Leinwandpersona der Huppert frei zu bedienen, die durch diese Filme im Geiste der Zuschauer entstanden ist. Zwar überschreiten die Figuren bei ihm keine gesellschaftlichen Verhaltensgrenzen, doch misst auch er der großen Intimität zwischen Mutter und Söhnen eine besondere Bedeutung bei. Körperliche Vertrautheit fängt die Kamera dabei genauso geschickt ein wie die zunehmende Distanz, die sich allmählich zwischen der Mutter und einem ihrer Söhne, aber auch zwischen den Geschwistern untereinander ausbreitet.

  (Autor)

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, Arte

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