Neandertal

„Sich häuten“ steht für Veränderung und Übergang. Von daher ist es so naheliegend wie stimmig, eine Hautkrankheit zum Mittelpunkt eines Coming-of-Age-Films zu machen.

Neandertal

Neandertal ist dabei alles andere als gefällig: Er zeigt den von Neurodermitis geschundenen Körper des Helden ausgiebig in Großaufnahmen, wir hören, wie er sich bis aufs Fleisch kratzt, in einer Alptraumszene sehen wir, wie ihm vorm Badezimmerspiegel in großen Fetzen die Haut abfällt. Und ohne dass der Film die Krankheit als Metapher überstrapaziert, erfahren wir genug über Guidos Familie, um zu verstehen, warum er sich nicht wohl in seiner Haut fühlt.

Neandertal spielt in den letzten Tagen der alten BRD, in der Zeit zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung, die er unermüdlich ins Gedächtnis ruft. Zwar gelingt es ihm nicht richtig, historisches Kleinstadtporträt und zeitlose Adoleszenzgeschichte schlüssig zu verbinden: Sowie das Krankheits-Thema in den Hintergrund rückt, kommt dem Film sein dramaturgisches Zentrum abhanden. Die Hauptdarsteller Jacob Matschenz und Andreas Schmidt geben Neandertal aber ruppigen Charme – und er ist eine nette Erinnerungsfundgrube für all jene, die Anfang der Siebziger geboren wurden und sich im Bürgersöhnchen-Paradies der Generation Golf nie wiederfinden konnten. (mla)

Sendetermine

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