Mondkalb

Eine aus dem Gefängnis entlassene Einzelgängerin (eine sehr bittere Juliane Köhler), die sich völlig in sich zurückzieht, und ein Witwer und Vater (ein oberflächlich kontaktfreudig-knuddeliger, innerlich aber aggressiver Axel Prahl), der mit aller Macht versucht, aus seiner Trauer auszubrechen: Sylke Enders hat nach Kroko (2003) und Hab mich lieb (2004) wieder sperrige, nicht unbedingt zur Identifizierung einladende Charaktere in den Mittelpunkt gestellt – und verzichtet auf jede Humorigkeit. Mondkalb ist ein durch und durch ernster Film, dessen Häufung von Todessymbolik und Schicksal beim Kinopublikum kaum Freunde fand. Schauplatz ist ein kleiner Ort in Ostdeutschland, aber eigentlich ist die Geschichte ortlos. Die Frage, ob sich aus zerrütteten Biografien einfach so kinokassentauglich eine neue Familie basteln lässt, wird mit überzeugender, erschütternder Konsequenz beantwortet. (tf)
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Sendetermine
, ARD



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