Michelangelo Antonioni

Zu Ehren des kürzlich verstorbenen Meisters der Moderne zeigt der RBB gleich drei seiner Filme in einer Nacht. Den Auftakt macht Der Schrei (Il grido, 1957), ein zu Fuß bestrittenes Road Movie, in dem Antonioni in die Welt der industriellen Arbeiterklasse vordringt. Wie in Die rote Wüste (Il deserto rosso, 1964) offenbart sich hier unvergleichliche Schönheit in kargen Landschaften, aber ebenso eine nicht nur gesellschaftliche Indifferenz gegenüber dem Individuum. Ein Grundtenor, den der folgende Film Liebe 1962 (L’eclisse, 1962) teilt, in dem Monica Vitti und Alain Delon als herzlich wenig liebendes Liebespaar imponieren. Nicht-Ereignisse durchsetzen und unterlaufen die Handlung immer wieder, und in ästhetischer Hinsicht konnte Liebe 1962 sicherlich nicht bloß seinerzeit als die Perfektion eines Antonioni-Films gelten. Der RBB springt danach zurück in das Jahr 1953, in dem Antonioni Die Dame ohne Kamelien (La signora senza camelie) drehte. Diesmal sind das Kino, Starruhm und die italienische Filmindustrie des Regisseurs Gegenstand. (kst)
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