Michael Curtiz - Herr des Wilden Westens, Chikago

Im Laufe des Freitags werden zwei bemerkenswerte Filme von Michael Curtiz, einem der großen Routiniers des klassischen Hollywood-Kinos, gezeigt: Um 10.20 Uhr läuft auf der ARD Herr des Wilden Westens (Dodge City, 1939), der stellvertretend für den Moment steht, als der Western vom billigen B-Film-Genre der frühen Tonfilmzeit zur teuren, grandiosen Technicolor-Prestigeproduktion umschlug. Das Thema der Zivilisierung eines betont unzivilisierten Westens findet sich hier so deutlich wie selten ausformuliert in der ruppigen Umformung des gesetzlosen Nestes Dodge City in ein ordentliches Bilderbuch-Städtchen durch einen Sheriff, der von Curtiz’ regulärem Star seiner vorherigen Mantel-und-Degen-Filme, Errol Flynn, gespielt wird. In der Nacht zum Samstag zeigt die ARD zudem um 3.10 Uhr einen Klassiker des Gangsterfilms von Curtiz, Chikago – Engel mit schmutzigen Gesichtern (Angels With Dirty Faces, 1938), in dem zwei Kinderfreunde als Erwachsene in zwei gänzlich kontrastierenden Lebensentwürfen aufeinandertreffen, dem reinen, guten Priester (Pat O’Brien) und dem auf hochattraktive Weise gesetzlosen Gangster (James Cagney, im Bild zu sehen mit Humphrey Bogart), einen Gegensatz, den aufzuarbeiten dem Film trotz rigoroser Moral-Vorschriften des damaligen Zensurbüros dennoch auf höchst zweideutige Weise gelingt.
(chh)

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