Mein Leben ohne mich

Isabel Coixets Debüt hieß Was ich Dir noch nie erzählt habe (Things I never told you, 1996). Das wäre vielleicht auch ein passender Titel für den sieben Jahre später entstandenen Mein Leben ohne mich (My Life Without Me) gewesen.

Isabel Coixet: Mein Leben ohne mich

Die Protagonistin heißt hier ebenfalls Ann, und nahm deren Vorgängerin noch ihre Gedanken über eine zerbrochene Beziehung auf Video auf, so sind es diesmal Kassetten, auf denen sie sich ihrer nichtsahnenden Familie mitteilt, denn Ann hat Krebs und nur noch kurze Zeit zu leben. Einblicke in ihre Gefühlswelt erhält demnach nur der Zuschauer, über ein Voice-Over und die Tonbänder, die bleiben aber eher flüchtig. Ohnehin baut Coixet ihren Film ganz maßgeblich auf der Prämisse auf, dass es Dinge gibt, die in Worte gar nicht fassbar sind, und dabei setzt sie mehr auf den Rhythmus ihrer Bilder und Kamera, auf die Musik, die Gestik und Bewegungen ihrer Schauspieler, und kreiert einen filmischen Sog, der den Grauzonen ihrer Charaktere angemessen ist. (kst)

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Foto: © BR/ARD Degeto

Sendetermine

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Kommentare zu „Mein Leben ohne mich“


Martin Z.

Ein kleiner, ernster Film, in dem es ohne viel Schnickschnack gelingt das Lebensende einer jungen Frau und Mutter von zwei kleinen Kindern zu schildern, die tödlich an Krebs erkrankt ist; und das ohne in Gefühlsduselei abzugleiten. Der Film thematisiert nicht ohne Emotionen eigentlich nur die Vorbereitungen auf das Leben ihrer Umgebung, wenn sie mal nicht mehr da ist. Und sie arbeitet eine Liste ab, was sie noch alles vor ihrem Ableben unbedingt tun muss, inklusive eine Frau für ihren Mann zu finden. Sarah Polley spielt wie immer überzeugend. Ihre kalten Tränen laden nicht zum Mitheulen ein, machen aber doch betroffen. Sie behält ihre Krankheit für sich und muss sich stattdessen von allen anderen zutexten lassen, weil jeder doch so seine Sorgen loswerden will, außer Sarah. Sie kommt zu der Erkenntnis „Du trauerst dem Leben, das du nicht führen wirst, gar nicht nach, weil du dann schon tot bist. Und Tote fühlen nichts, nicht mal Trauer.“






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