Max Ophüls - Lola Montez, Pläsier & Madame de…

Der Hessische Rundfunk zeigt drei Filme des Exildeutschen Max Ophüls, die nach einer amerikanischen Schaffensphase allesamt in Frankreich entstanden sind.

Max Ophüls: Madame de...

Den Auftakt macht Lola Montez (Lola Montès, 1955), ein hyperaktives Technicolorspektakel über die Tänzerin und ambivalente Gesellschaftsdame, die hierzulande wohl am meisten für ihre Liebschaft mit König Ludwig von Bayern berühmt ist. Diese Begebenheit ist nur eine der Episoden, die Lola retrospektiv in einer Zirkusmanege ihrem Publikum darbietet. Eine bewegte Rückschau, die Ophüls mit Farbgebung und prächtigem Dekor beinahe larger-than-life werden lässt, dabei jedoch gleichsam die reale Tragödie einer Frau spürbar macht, die in den Wirren ihrer Zeit und ihres Lebensstils um die Oberhand ringt.

Pläsier (Le Plaisir, 1951) basiert auf drei Erzählungen von Guy de Maupassant, die die titelgebende Begrifflichkeit in verschiedenen Kontexten sezieren. Die längste Episode, „Das Haus Tellier“, folgt den Mädchen eines Freudenhauses zu einem Fest in der ländlichen Kulisse der Normandie, die von Ophüls gewohnt elegant in Szene gesetzt wird. Wie viele Filme des Regisseurs ist Pläsier in seiner Charakterzeichnung ein Werk der subtilen Andeutungen, die über die Dialoge und fließende Kamera zu Tage treten. 

In Madame de… (1953, s. Bild) wechseln Ohrringe mehrfach den Besitzer, nur um wieder bei der Ausgangsbeschenkten zu landen. Die doppelmoralischen Liebenden der Pariser Aristokratie erscheinen in Ophüls' Film nahezu austauschbar und ihre Zuneigungen kurzlebig. Überblendungen und elegante Kamerapirouetten ersetzen oft den Schnitt und verdeutlichen somit die ineinander übergreifenden Dynamiken der gezeigten Beziehungsmechanismen.  (kst)

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Foto: © HR Degeto

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