Material
Material ist kein gewöhnlicher Dokumentarfilm. Regisseur Thomas Heise grenzt sich davon ab, die letzten Tage der DDR als eine zwangsläufige Kette „historischer“ Ereignisse zu schildern und bietet stattdessen eine alternative Lesart an.

Was von Geschichte übrig bleibt, ist das, was nachträglich von ihr erzählt wird. Aus historischer Forschung, vielleicht persönlicher Erinnerung oder Überlieferung, hauptsächlich aber aus medialer Wiederaufbereitung setzt sich unser Geschichtsbild zusammen. Ein Geschichtsbild, das eben darum meist von historischen, in der Öffentlichkeit ständig wiederholten Ereignissen bestimmt und mit einer nachträglichen, mediengerechten Dramaturgie versehen ist. Perestrojka – Prager Botschaft – Fall der Mauer – Deutschland einig Vaterland. So könnte eine solche verknappte Dramaturgie aussehen. Guido Knopp lässt grüßen.
Thomas Heise entfernt sich deutlich von dieser Geschichtsbebilderung. Aus einem Fundus eigener Aufnahmen aus der Wendezeit schöpfend, erzählt er Geschichte an Nebenschauplätzen, ohne erkennbare Höhe- oder Wendepunkte, dafür mit erstaunlichen, manchmal beklemmenden und oft metaphernreichen Bildern. Material eröffnet so eine völlig neue Sicht auf die letzten Tage der DDR. (fri)
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Sendetermine
, Arte



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