L’enfant

Jean-Pierre und Luc Dardenne: L’enfant

Mit dem in Cannes prämierten L’enfant (2005) setzen die Dardenne Brüder ihre besondere Form von sozialem Realismus fort und inszenieren mit durchaus reduzierter Bildsprache die Geschichte eines jungen Paares, dessen Liebe in einem Dasein ohne wirkliche Vielzahl an Handlungsoptionen auf eine harte Probe gestellt wird. Wie in den Vorgängern La Promesse (1996), Rosetta (1999) und Der Sohn (Le Fils, 2002) bleibt die Handkamera nah an den Protagonisten, spart jedoch in ihrer nur beobachtenden Funktion die Möglichkeit einer moralischen Bewertung deren oft fragwürdigen Handelns aus. Die neutrale Distanz, die die früheren Dokumentarfilmer somit zu ihren Figuren beibehalten, lässt aber gleichsam genug Raum für einen Humanismus, der sich fernab rührseliger Gefühlsduselei unweigerlich entfalten kann. (kst)

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Foto: © Arte F / Christine Plenus

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