Lancelot, Ritter der Königin

Die Artus-Sage mal anders: Bresson erzählt einen Ritterfilm, dem außer den Kostümen kaum etwas vom Genre geblieben ist. Das vermeintlich Ritterliche findet außerhalb des Kaders statt.

Eric Rohmer, der große Theaterfreund, hat sich gleich zweimal am 
Parzival abgearbeitet. Heraus kamen für Fernsehen und Kino fast absurd theatrale Minnesang-Interpretationen. Robert Bresson, den man auch als kinematographischen Gegenpart Rohmers verstehen kann, hat immer die Möglichkeiten des Mediums Film in den Vordergrund gestellt. Sein Lancelot, Ritter der Königin ist ebenso befremdlich wie Rohmers Adaption eines mittelalterlichen Heldenstoffes, und ebenso exemplarisch für das eigene Oeuvre.

Lancelot, Ritter der Königin führt das Prinzip des elliptischen 
Erzählens zum Äußersten. All die Ausschmückungen der Literatur und all die Aktionen, Bewegungsorgien des Kinos, fallen weg. Bresson erzählt eine Geschichte um die Hohepunkte herum, immer an Nebenschauplätzen, immer kurz vor oder nach den vermeintlich zentralen Handlungen. Heraus gekommen ist auch hier ein aberwitziges Stück Kino, das neben dem literarischen Stoff vor allem vom Kino selbst, vom Schnitt und der 
Montage erzählt.
(sk)

Sendetermine

, Das Erste

, 3 Sat

, Rbb

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