Lady Vengeance

Nach Sympathy for Mr. Vengeance (2002) und Oldboy (2003) bildet Lady Vengeance (2005) das fulminante Ende von Park Chan-wooks jetzt schon legendärer Rachetrilogie.

Park Chan-wook: Lady Vengeance

Geum-ja sitzt, beinahe unbemerkt und unscheinbar, freundlich und zurückhaltend, in einem südkoreanischen Frauengefängnis. Akribisch plant sie über Jahre ihre Rache – und die wird furchtbar.

Lady Vengeance ist insofern der radikalste Teil der Trilogie als dass hier kaum eine Einfühlung mehr möglich ist. Park Chan-wook stellt in völliger emotionaler Kälte die Mechanismen des Vigilante-Thrillers aus und wirft den Zuschauer völlig auf sich selbst zurück. Eine schaurige Erfahrung. (sk)

Sendetermine

, 3Sat

, Einsplus (ARD digital)

, Einsplus (ARD digital)

, RBB

, Das Erste

, 3sat

, arte

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, WDR

, ARD

Kommentare zu „Lady Vengeance“


Martin Zopick

Für diesen Film muss man sich von seinen vertrauten Sehgewohnheiten verabschieden. Es kommen ganz unterschiedliche Erzählweisen zum Einsatz. Es beginnt dokumentarisch mit märchenhaften Einschüben, poetischen Bildern und führt direkt in die Realität. Dazu gibt es einen Kommentar, vorauseilende Traumsequenzen und viele abrupte Schnitte. Es wird gesungen, auf Englisch parliert mit deutscher Übersetzung und völlig unvorbereitet in eine ganz andere Szenerie eingetaucht, oft in Begleitung klassischer Musik. Dabei fliegen schockierende Bilder und mörderische Szenen vorbei. In diesem mosaikartigen Labyrinth findet man sich nicht immer gleich zurecht. Es wird nicht alles erklärt, sondern eher überrascht. Allmählich schält sich eine Handlung heraus mit vielen Sprüngen, Lücken und Schockern.
Es hätte eine Klamotte werden können. Ist es aber nicht, denn der Pfad des Grauens führt mangamäßig mit vielen quälerischen Facetten ins Skurrile, dann ins Makabre, um schließlich im Surrealen zu enden. Und diejenige, die diesen Weg geht, ist sehr hübsch, sehr cool und sehr brutal (Lee Yeong-ae). Ob Mord als Vergeltung eine Lösung ist, bleibt offen. Die Gruppe der Hinterbliebenen kann zwischen rechtsstaatlicher Anklage und Lynchjustiz an Ort und Stelle wählen. Das Ende kommt mit poetischem Schneegestöber. Stil ist alles, sogar grausam.






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