Kinder, wie die Zeit vergeht

Kinder. Wie die Zeit vergeht.

Darin widmet er sich einer jungen Familie, allerdings weniger als Lebensgemeinschaft, denn als Einzelpersonen. Die ersten fünfzehn Minuten gehören ganz der allein erziehenden Mutter Jeanette. In einem intimen Gespräch erzählt sie von ihren Ängsten und Sorgen mit den Kindern. Ihren ältesten Sohn, Problemkind Tommy, hat sie schon abgeschrieben, den jüngeren Paul, so sagt sie, kriegt sie aber noch hin. Nach einem Zeitsprung von 8 Jahren widmet sich Heise ganz den Kindern: Jeanettes beiden Söhnen, aber auch ihrem Onkel Tino, der sich in der rechten Szene bewegt.

Gewissermaßen versammelt Kinder wie die Zeit vergeht sämtliche Klischees ostdeutscher Tristesse: Plattenbauten, Arbeitslosigkeit und rechtes Gedankengut. Heise geht jedoch weder sensationalistisch vor, noch versteht er einen Dokumentarfilm als möglichst wirklichkeitsgetreues Abbild. Letzteres zeigt sich in den zahlreichen entfremdenden Stilmitteln wie dem Schwarzweiß der Bilder, dem von Band kommenden Vogelgezwitscher und der Musik des englischen Komponisten Charles Ives. So nüchtern der Blick auf die Menschen vor der Kamera ist, stilisiert Heise deren Umgebung zu einer surreal anmutenden Industrielandschaft und findet dabei eine Schönheit im scheinbar Hässlichen. (mk)

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, WDR

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