Eine Tür fällt zu

Die Mirisch Corporation ist vor allem für ihre Pink-Panther-Reihe bekannt. Gemeinsam mit J. Lee Thompson, der auch Regie führte, produzierte sie 1965 einen alles andere als witzigen Film.

Eine Tür fällt zu

Der Anfang wirkt etwas ungelenk. Ein Kind muss aus dem Zug stürzen, um das KZ-Trauma der Protagonistin (Ingrid Thulin) zu illustrieren. J. Lee Thompson, später reihenweise durch rechtskonservative Machwerke, bevorzugt mit Charles Bronson, auffällig, ist alles andere als ein eleganter Regisseur. Dem Thema Holocaust nähert er sich recht plakativ. Natürlich ist da die historische Nähe zu berücksichtigen, aber gerade im Vergleich mit Sidney Lumets Der Pfandleiher (The Pawnbroker) aus demselben Jahr wirkt Eine Tür fällt zu (Return from the Ashes) unbeholfen. Was die beiden Filme teilen, ist ihr jazziger Score. Auch der klingt anfangs unpassend – ehe der wendungsreiche Plot seine kriminelle Energie entwickelt. Zu ihr gesellt sich eine bemerkenswerte Morbidität, die sich vor allem im faszinierend abgründigen Spiel Maximilian Schells äußert. In einer eindringlichen Tötungssequenz küsst und leckt er die Zehen einer Frau, ehe er sie unter Wasser zieht und ertränkt. Den nicht minder exzellent aber wesentlich weniger exaltiert gespielten Gegenpart zu Schells dubiosem Schachspieler verkörpert Herbert Lom, in der Mirisch-Erfolgsreihe als Inspektor Dreyfus aktiv. (sk)

Sendetermine

, ARD

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