In der Glut des Südens
Debütiert ein Regisseur mit einem Film wie Badlands (1973), so sind die Zweifel wohl groß, dass das Zweitwerk einem Vergleich standhalten kann. Terrence Malick hingegen lieferte schlicht einen weiteren Meilenstein.

In der Glut des Südens (Days of Heaven, 1978) ist ein Film der Abenddämmerung, und wie alle Werke Malicks einer der Landschaft. Im weiten Texas des 1. Weltkriegs entfaltet sich die fatale Dreiecksgeschichte zwischen dem Saisonarbeiterpaar Abby und Bill (Brooke Adams, Richard Gere) und deren sterbenskranken Boss (Sam Shepard). Wie in Badlands hält ein Voice-Over die elliptische Erzählung zusammen, ebenso wie die uniforme Perfektion der Bilder, die einen Hauch der enigmatischen Sozialportraits von Andrew Wyeth erahnen lassen. Malicks Vision hat mit Romantik im Sinne einer Verklärung wenig zu tun, die Geschäftigkeit der Insekten und Feldarbeiter verläuft irgendwann im Nichts ebenso wie die Liebesgeschichte. Bleibt der Nachhall dieses allegorischen Epos. Malick selbst sollte erst zwanzig Jahre später wieder einen Film drehen. (kst)
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Kommentare zu „In der Glut des Südens“
Martin Zopick
Es ist ein bildgewaltiges Epos, mit ganz besonderen Bildeinstellungen – egal ob es Heuschreckenschwärme sind, brennende Felder oder ein Keimling, der durchs Erdreich ans Licht drängt. Das Gefühl der Weite des Landes wird ebenso vermittelt wie die Anlehnung an die ’Früchte des Zorns’.
Die Dreiecksgeschichte zwischen Gere, Shepard und Adams entwickelt sich nicht besonders spannend. Und wenn der Abspann läuft kann man nur feststellen: “Wir sind betroffen, der Vorhang zu und alle Fragen offen.“ Aber so sind sie nur mal die Filme von Terence Malick: was fürs Auge, was fürs Gefühl(nicht unbedingt zum Wohlfühlen), das Hirn schaltet man besser ab. Wie der Originaltitel schon sagt “Tage des Himmels“, die gibt es auf der Erde ohnehin nicht.