Frühling, Sommer, Herbst, Winter und… Frühling

Zwar scheint Kim Ki-duk in Frühling, Sommer, Herbst, Winter und … Frühling (Bom yeoreum gaeul gyeoul geurigo bom, 2003) mit seinen ruhigen, lyrischen Tableaus einen Kontrapunkt zu der drastischen Bildwelt des Vorgängers Seom – Die Insel (Seom, 2000) zu setzen, seinen gängigen Themenkomplexen bleibt der Koreaner jedoch treu. Eine Insel ist die Behausung des alten buddhistischen Lehrmeisters und seines Schülers zweifelsohne auch, leben sie doch in einem von Wasser umgebenen Haus in der Isolation der Berge. Gemäß dem Zyklus der Jahreszeiten durchläuft der Film jene des Lebens, verankert im Ki-dukschen Kosmos, in dem Begehren und Grausamkeit stets nah beieinander liegen. (kst)

Sendetermine

, 3 Sat

, Arte

Kommentare zu „Frühling, Sommer, Herbst, Winter und… Frühling“


Martin Z.

Wenn man sich auf die fernöstliche Langsamkeit einstellen kann, erlebt man einen der schönsten visuellen Erkundungstrips. Ein stiller Bilderrausch! Man hat schon öfters die vier Jahreszeiten mit den Lebensabschnitten des menschlichen Lebens verglichen. Hier erfahren wir aber noch zusätzlich, was Wiederkehr ist und erhalten Einblicke in buddhistische Erziehung, mitsamt den Symbolen wie Feuer, Wasser und der Schlange (Versuchung oder Widergeburt.)
Frühling: Kindheit, Ausbildung.
Sommer: das jucken des Geschlechts bringt erste sexuelle Erfahrungen.
Herbst: es ist Erntezeit für die Folgen des eignen Handelns. Ein Neuanfang wird versucht.
Winter: die Zeit des Todes, aber auch der körperlichen Ertüchtigung.
Und Frühling: der Kreislauf beginnt aufs Neue.
Und wenn dann noch der Meister anfängt mit Boot und Haus zu zaubern, tobt die Fangemeinde.
Es ist Kim Ki Duks schönster und stimmungsvollster Film.






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