Fahrenheit 451

François Truffaut: Fahrenheit 451

Truffauts einziger in englischer Sprache entstandener Film entwirft nach Ray Bradbury die dystopische Zukunftsvision einer Welt, in der Bücher verboten sind. Im technokratischen Universum von Fahrenheit 451 (1966) fungiert das Fernsehen als Opium fürs Volk, lediglich die Sirenen von Feuerwehrautos durchbrechen die betäubte Stimmung dann und wann. Gerufen werden sie nicht, um Brände zu löschen: Die Aufgabe des Feuerwehrmannes Montag (Oskar Werner) besteht darin, Bücher zu verbrennen, bis er eines Tages der Verlockung erliegt und zu lesen beginnt. Truffaut beobachtet fast zärtlich, wie die einzelnen Seiten seiner Lieblingsliteratur in Flammen zergehen. Überhaupt betört sein erstes Werk in Farbe neben den Bildern vom damaligen Kameramann Nicolas Roeg durch eine märchenhafte, nostalgische Heraufbeschwörung vergangener Tage, die stets präsent ist in der totalitären Gegenwart des Films. Wenn auch bis kurz vor dem Finale oft nur als Negation. (kst)

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Kommentare zu „Fahrenheit 451“


Martin Z.

In einem totalitären Staat ist Lesen ein Verbrechen. Und anstatt zu löschen verbrennt die Feuerwehr Bücher. Oskar Werner spielt den Feuerwehrmann Montag, der die Fronten wechselt. Eine interessante Doppelrolle für die junge Julie Christie die auf beiden Seiten steht: einmal ist sie das systemkonforme, langhaarige, blonde Dummchen, das Pillen einwirft und den ganzen Tag fernsieht, und dann die Intellektuelle mit Kurzhaarschnitt, die zu den Bücherleuten gehört.
In dieser Situation werden solche Phänomene wie Widerstand, Denunziation oder auch Zivilcourage beleuchtet. Ein alter (1966), selten gezeigter Film von Truffaut, aus dem Science Fiction Bereich, der zeitlose Gültigkeit hat, wenn man ihn nicht als Gedankenspielchen abtut.






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